Gute Gründe dagegen zu sein

Vor den „Systemverächtern am rechten und linken Rand“ warnte kürzlich Pfaffe Gauck, der noch deutsches Staatsoberhaupt und vor allem größter selbsternannter Bürgerrechtler ist. Stattdessen müsste man davor warnen, die Augen vor der Realität zu verschließen. Denn wenn wir in dieses Land schauen, dann sind da nicht wenige Politiker in rechten Parteien und in den Regierungen, die immer weiter gegen Geflüchtete Stimmung machen. Dann sind da weiterhin Anschläge und Hetzjagden auf Ausländer und ihre Unterkünfte. Dann wird von AfD und den Regierenden mehr Überwachung und mehr Abschiebung gefordert. Dann sind sich rassistische Hetzer, regierende Sozialdemokraten, Unionschristen und „Bürgerrechtler“ einig, dass die Bundeswehr größer und schlagkräftiger werden soll. Da reden sie alle von Leistung und Chancengleichheit und interessieren sich doch einen Dreck um unsere nicht-vorhandenen Chancen nach der Schule. Da reden sie von unseren Interessen und meinen doch eigentlich ihre eigenen. Wenn der Herr Bundespräsident von „Systemverächtern am rechten und linken Rand“ spricht, verschweigt er doch, dass da am rechten Rand gar keine Verachtung für dieses System ist. AfD und Freunde würden nicht auf die Idee kommen, das herrschende System, diese „marktkonforme Demokratie“ wie die Kanzlerin es nennt, in Frage zu stellen. Dabei gibt es genug Gründe sich mit diesem System nicht abzufinden, sondern es zu verachten. Gute Gründe dagegen aktiv zu werden wollen wir mit dieser Ausgabe liefern.
Euer Zeitungskollektiv

« Zur Archivübersicht

Schlagworte