Besser selber machen: Nazifreie Zonen!
Rechter Präsident zur rechten Zeit
Joachim Gauck wird neuer Bundespräsident. Er ist die richtige Wahl. Der ausgebildete Theologe, der sich selbst als ein „linker, liberale Konservativer“ bezeichnet, ist genau das, was die Herrschenden jetzt brauchen: Ein Prediger mit einem klaren Klassenstandpunkt – ein Demagoge vor dem Herrn. In Zeiten, in denen sich die Menschen nicht mehr wundern, sondern eher langweilen, wenn schon wieder ein korrupter „Volksvertreter“ in unserem Land über seine eigene Blödheit stolpert; in denen sich niemand mehr sicher sein kann, wer Faschist und wer Verfassungsschützer ist und in denen angesichts der erschreckenden Berichte aus Griechenland getrost bezweifelt werden kann, ob der vor allem von der Bundesregierung forcierte Kurs der Krisenregulierung tatsächlich der vernünftigste ist, wird ein Präsident gebraucht, der überzeugend predigen kann, dass es keine Alternativen gibt.
Nicht nur, dass er öffentlich predigt, Kapitalismuskritik sei „albern“. Aufgrund seiner Biografie ist Gauck so etwas wie die Personifikation der bundesrepublikanischen Geschichtsdeutung, die vor allem besagt: Der Kapitalismus sei – trotzdem – das Ende der Geschichte. Die Story vom „Unrechtsstaat DDR“ kann niemand so gut erzählen, wie Gauck. Jetzt, wo die nächste Welle der Massenentlassungen auch in unserem Land bevorsteht und immer deutlicher wird, dass die Erfahrung der plötzlichen Arbeitsplatzunsicherheit während der letzten Krise nunmehr auf Dauer gestellt ist, muss vor allem sichergestellt werden, dass niemand ernsthaft glaubt, daran etwas ändern zu können oder gar nach Alternativen zum kapitalistischen System fragt.
Es gibt eine Gruppe innerhalb der Arbeiterklasse, denen diesbezüglich ganz besonders gepredigt werden muss. Erwerbstätige Frauen haben im Vergleich zu ihren männlich Kollegen nicht erst seit der Krise weniger Lohn, weniger Sicherheit und folglich weniger Chancen. Diesem Thema haben wir uns in unserem Schwerpunkt gewidmet. Insbesondere zum internationalen Frauenkampftag wollen wir damit anregen: Lasst Euch nichts vorgauckeln! Seid mutig – und solidarisch!




















