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	<description>Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend</description>
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		<title>Der syrische Bürgerkrieg und der deutsche Imperialismus</title>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 08:22:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SDAJ-Webadmin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(Foto: FreedomHouse2, CC)
Es sind nicht nur die brutalen Methoden der Regierung, die das syrische Volk bedrohen.
„Adopt a revolution“ (Adoptiert eine Revolution) lautet eine Parole der bürgerlichen Tageszeitung (TAZ) zur Unterstützung der syrischen „Revolution“. In anderen bürgerlichen Medien liest man häufig von „Völkermord“ oder „Massaker“ durch die reguläre syrische Armee am eigenen Volk. So werden die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3239" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2012/05/6980706731_c788958311.jpg"><img class="size-medium wp-image-3239" title="Mitglied der Freien Syrischen Armee (FSA)" src="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2012/05/6980706731_c788958311-e1336644081363-300x245.jpg" alt="" width="300" height="245" /></a><p class="wp-caption-text">(Foto: FreedomHouse2, <a href='http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de' target='_blank_'>CC</a>)</p></div>
<p><em>Es sind nicht nur die brutalen Methoden der Regierung, die das syrische Volk bedrohen.</em></p>
<p>„Adopt a revolution“ (Adoptiert eine Revolution) lautet eine Parole der bürgerlichen Tageszeitung (TAZ) zur Unterstützung der syrischen „Revolution“. In anderen bürgerlichen Medien liest man häufig von „Völkermord“ oder „Massaker“ durch die reguläre syrische Armee am eigenen Volk. So werden die Ereignisse in Syrien beschrieben. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit. Die syrische Armee trifft häufig auf bewaffnete Banden, die sich unter dem Namen „Freie Syrische Armee“ (FSA) sammeln. Die Banden, so berichtet Human Rights Watch, rekrutieren Kinder, foltern und morden. Selbst Spiegel-Online berichtet z.B. über eine „Begräbnis-Brigade“ der FSA, die in einem einzigen Viertel in Homs 400 Menschen hingerichtet hat.</p>
<p>Berichten zufolge wird die FSA durch einige Hundert libysche Dschihadisten unterstützt. So ruft z.B. auch Al-Kaida zum „Heiligen Krieg“ zum Sturz des syrischen, „ungläubigen Regimes“ auf. Seitdem fanden mehrere terroristische Anschläge in den größeren Städten Syriens statt, welche Bahnlinien und Pipelines sowie Krankenhäuser und Schulen zerstörten und so vielen syrischen Arbeiterinnen und Arbeitern das Leben kosteten.</p>
<p>Die syrische Bevölkerung leidet also nicht nur an der Brutalität der syrischen Regierung, sondern in besonderem Maße am Terror der sogenannten Rebellen. Obwohl die Menschenrechtsverletzungen der FSA international dokumentiert und bekannt sind, wird sie auf Initiative des Außenministers Guido Westerwelle (FDP) von der deutschen Bundesregierung mit 100 Millionen Dollar finanziell unterstützt. Hier offenbart sich auch das wahre Gesicht der FSA als Instrument der Destabilisierung Syriens. Ihre bewaffneten Auseinandersetzungen mit der Regierungsarmee dient den imperialistischen Mächten als entscheidender Vorwand, die Kriegsdrohungen gegenüber Syrien zu erhöhen.</p>
<p>Der deutsche Imperialismus beteiligt sich seinerseits sehr aktiv am „Regime Change“ in Syrien, indem er sich für eine Verschärfung der wirtschaftlichen Sanktion auf EU-Ebene einsetzt, während er der Regierung noch bis vor kurzem Waffen geliefert hat, um den Konflikt anzuheizen. Als Hauptkriegshetzer auf internationale Bühne treten vor allem die alten und neuen Bündnispartner des deutschen Imperialismus, die Türkei und Katar, auf. Durch die internationale Einmischung wird eine inner-syrische Lösung des Konflikts und damit auch die Durchsetzung der berechtigen sozialen Forderungen der politischen Oppositionsbewegung im Land verhindert. Letztere werden für die strategischen und wirtschaftlichen Interessen der deutschen Banken und Konzerne instrumentalisiert. Im Zeichen der internationalen Solidarität mit der syrischen Arbeiterklasse muss es uns daher darum gehen, gegen jede militärische Intervention in Syrien vorzugehen und die Unterstützung und Aufrüstung der „Freien Syrischen Armee“ durch die Bundesregierung zu stoppen.</p>
<p><strong>Toto, Göttingen</strong></p>
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		<title>Essen: Junger Kommunist erschossen! &#8211; Kein Vergeben, kein Vergessen!</title>
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		<pubDate>Sun, 13 May 2012 12:40:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SDAJ-Webadmin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kurz nach dem Faschismus beauftragte Bundeskanzler Konrad Adenauer ehemalige Generäle der Wehrmacht damit, den Wiederaufbau einer kriegsfähigen deutschen Armee zu beginnen. Die junge BRD sollte wieder eine imperiale Großmacht werden. Dagegen regte sich breiter Widerstand. Am 11. Mai 1952 rief die damals schon verbotene FdJ gemeinsam mit Christen, Pazifisten  und Gewerkschaften zur „Jugendkarawane“ nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2012/05/pm-1.png"><img src="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2012/05/pm-1-300x225.png" alt="" title="Philipp-Müller-Gedenken in Essen 2012" width="300" height="225" class="alignright size-medium wp-image-3251" /></a>Kurz nach dem Faschismus beauftragte Bundeskanzler Konrad Adenauer ehemalige Generäle der Wehrmacht damit, den Wiederaufbau einer kriegsfähigen deutschen Armee zu beginnen. Die junge BRD sollte wieder eine imperiale Großmacht werden. Dagegen regte sich breiter Widerstand. Am 11. Mai 1952 rief die damals schon verbotene FdJ gemeinsam mit Christen, Pazifisten  und Gewerkschaften zur „Jugendkarawane“ nach Essen, um gegen die Remilitarisierung Deutschlands zu kämpfen. Wenige Stunden vor Beginn der Demonstration wurde diese von der Landesregierung verboten und der Polizei die Schießerlaubnis erteilt, falls doch Protest stattfinden sollte. Es kamen 30.000 Jugendliche um zu protestieren und Kommissar Knobloch gab den Schießbefehl: Der 21 jährige Kommunist Philipp Müller wurde getötet, andere schwer verletzt. Die Herrschenden versuchten selbstverständlich alles zu verschleiern. Die Demonstranten hätten zuerst geschossen, es wäre in Notwehr gehandelt worden. Wie so häufig eine dreiste Lüge. Für diesen Mord an Philipp, dem Vater eines einjährigen Kindes, dem ersten politischen Toten der BRD, wurde niemand zur Rechenschaft gezogen. </p>
<p>Das alles ist nun 60 Jahre her und noch immer gibt es in Essen nichts, was an diese Tat erinnert. Keine Gedenktafel – nichts! Und doch ist das, wogegen Philipp mit so vielen anderen kämpft heute bittere Realität. Deutschland ist drittgrößer Waffenexporteur und führt Krieg in aller Welt. Der Kampf gegen die Militarismus ist hochaktuell. Und auch heute erfüllt die Polizei ihre Aufgabe gewissenhaft: Jeglichen Protest gegen dieses System, welches zwangsläufig Kriege produziert, zu schützen und den Protest dagegen zu kriminalisieren.</p>
<p><a href="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2012/05/pm-2.jpg"><img src="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2012/05/pm-2-300x225.jpg" alt="" title="Philipp-Müller-Gedenken in Essen 2012" width="300" height="225" class="alignleft size-medium wp-image-3252" /></a>Auch das haben wir dieses Wochenende wieder erleben dürfen, aber von vorne: Anlässlich des 60. Todestages Philipp Müllers organisierten wir gemeinsam mit vielen anderen linken Kräften Aktionen, um gegen das Vergessen zu kämpfen und die Aktualität dieses Themas aufzuzeigen. In Gedenken an das erste Opfer des kalten Krieges und unter dem Gesang der Internationalen versammelten sich am Freitag an der Rüttenscheider Brücke (dem Ort an dem Philipp erschossen wurde) viele Antimilitaristen zur Kranzniederlegung. Danach wurde u.a. mit den Coconut Butts und Mighty Mamout Movement unter dem Motto „Beats against Militarism“ gegen Krieg und Militarismus getanzt. Den Abschluss der Aktionen rund um dem 11. Mai war eine große Gedenkdemo in der Innenstadt. Die komplette Linke Essens versammelte sich. Und hier zeigte sich wieder: Auf die Schützer des kapitalistischen Staates ist Verlass – Die Polizei ließ sich die Chance nicht nehmen Teilnehmer der FdJ aus der friedlichen Demonstration zu ziehen und nach Auflösung der Kundgebung Personalien von vielen DemoteilnehmerInnen aufzunehmen. Neben der Polizei versuchten auch Antideutsche zu provozieren. Doch leider müssen wir enttäuschen – wir lassen uns nicht provozieren oder spalten!</p>
<p>„Philipp Müller, das war Mord – Widerstand an jedem Ort!“ Und wir werden Widerstand leisten!</p>
<p>Unser Kampf geht weiter &#8211; Nächstes Ziel: Die Rüttenscheider Brücke in „Philipp-Müller Brücke“ umbenennen. </p>
<p><strong>SDAJ Essen</strong></p>
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		<title>Münster: Protest gegen pro NRW</title>
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		<pubDate>Sat, 12 May 2012 10:55:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SDAJ-Webadmin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Pro-NRW-Kundgebung (Archivbild, Foto: AJB,
Am Montag, dem 07.05. fand nahe der Hiltruper Bait-ul-Momin-Moschee eine Kundgebung der rechtsextremen “Bürgerbewegung” Pro-NRW statt. 11 Mitglieder tourten an diesem Tag durch mehrere Städte in NRW, um gegen eine angebliche “Islamisierung” Deutschlands zu protestieren. Mit Sprüchen wie “Freiheit statt Islam” und dem Zeigen von Mohamed-Karrikaturen versuchten die Anhänger schon öfters zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3244" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2012/05/pronrw.jpg"><img class="size-medium wp-image-3244" title="Kundgebung der selbsternannten „Bürgerbewegung“ Pro NRW" src="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2012/05/pronrw-300x169.jpg" alt="Kundgebung der selbsternannten „Bürgerbewegung“ Pro NRW" width="300" height="169" /></a><p class="wp-caption-text">Pro-NRW-Kundgebung (Archivbild, Foto: AJB,</p></div>
<p>Am Montag, dem 07.05. fand nahe der Hiltruper Bait-ul-Momin-Moschee eine Kundgebung der rechtsextremen “Bürgerbewegung” Pro-NRW statt. 11 Mitglieder tourten an diesem Tag durch mehrere Städte in NRW, um gegen eine angebliche “Islamisierung” Deutschlands zu protestieren. Mit Sprüchen wie “Freiheit statt Islam” und dem Zeigen von Mohamed-Karrikaturen versuchten die Anhänger schon öfters zu provozieren, was in mehreren Städten auch zu gewaltsamen Ausschreitungen führte.</p>
<p>Dagegen verlief die Kundgebung in Münster zum Glück sehr friedlich. Die Angehörigen der Ahmaddiya-Gemeinde blieben der Kundgebung größtenteils fern. Vor der Moschee selbst wurde lediglich ein Banner mit der Aufschrift “Liebe für alle, Hass für keinen” gehisst.</p>
<p>Der Gegenprotest setzte sich daher überwiegend aus Mitgliedern des antifaschistischen “Keinen Meter den Nazis”-Bündnisses zusammen, dem auch die SDAJ Münster angehört. Mehr als 100 Gegendemonstranten fanden sich trotz der ungewöhnlichen Zeit und des abgelegenen Ortes zusammen und beantworteten die Hassreden der Pro-NRWler mit lautstarkem Protest.</p>
<p>Dazu kam die Aktion eines Autohändlers, der durch Hupen seiner Autos die Kundgebung behinderte, sowie das Einschreiten der Polizei, die den zu laut gestellten Lautsprechern der Kundgebung kurzerhand den Stecker zog.</p>
<p>Zussamenfassend lässt sich sagen, dass die Gegendemo ein Erfolg war. Die Kundgebung wurde bereits nach einer Stunde vorzeitig abgebrochen und verlief darüber hinaus friedlich.</p>
<p>Die geringe Teilnehmerzahl an der Kundgebung von Seiten der Rechten ist einerseits erfreulich, sollte jedoch auf der anderen Seite nicht dazu führen die Bewegung zu unterschätzen. Fremdenfeindliches Gedankengut tritt nicht nur in rechtsextremen-Kreisen auf, sondern ist in der gesamten Gesellschaft anzutreffen.<br />
Daher war es wichtig ein Zeichen zu setzten und klar zu machen, dass so etwas zumindest in Münster keinen Platz hat und es noch weiterhin viele Menschen gibt, die sich für eine offene und tolerante Gesellschaft ohne Fremdenhass und Diskriminierungen einsetzen.</p>
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		<title>Es wäre mehr gegangen: Der Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst kam deutlich zu früh</title>
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		<pubDate>Thu, 10 May 2012 08:12:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SDAJ-Webadmin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fight for your right!]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerkschaften]]></category>
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		<category><![CDATA[ver.di]]></category>

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		<description><![CDATA[„Jetzt waren die Kolleginnen und Kollegen gerade &#8216;heiß&#8217;, da hört man auf!“, „Ich bin richtig sauer“, „Nun wirklich kein Erfolg!“. So und ähnlich lassen einige ver.di-Mitglieder im Mitgliedernetz ihrem Frust freien Lauf. „Ich habe echt mehr erwartet und wieder einmal stehen wir „Kleinen“ im Regen!!!“ schimpft ein anderer. Grund für diesen Unmut: Am 31. März [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2012/03/IMG_0166.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-2795" title="ver.di-Demo am 21.03.2012 in Dortmund" src="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2012/03/IMG_0166-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>„Jetzt waren die Kolleginnen und Kollegen gerade &#8216;heiß&#8217;, da hört man auf!“, „Ich bin richtig sauer“, „Nun wirklich kein Erfolg!“. So und ähnlich lassen einige ver.di-Mitglieder im Mitgliedernetz ihrem Frust freien Lauf. „Ich habe echt mehr erwartet und wieder einmal stehen wir „Kleinen“ im Regen!!!“ schimpft ein anderer. Grund für diesen Unmut: Am 31. März einigte sich die Bundestarifkommission des öffentlichen Diensts mit dem Arbeitgeberverband in der dritten Verhandlungsrunde auf ein eher mageres Ergebnis: Statt den geforderten 6,5% mehr für ein Jahr gibt’s in zwei Jahren zusammengerechnet nur rund die Hälfte.</p>
<p>Die 24 Monate Laufzeit verhindern außerdem Streikaktionen im Öffentlichen Dienst während des Bundestagswahlkampfes 2013 – eine verpasste Chance für mehr öffentlichen Druck auf den Bund und die Kommunen. Auch der Festbetrag von 200€ ist ganz &#8216;rausgefallen und erzeugt Wut, vor allem bei den unteren Lohngruppen – denen bleiben nun nur rund 50€ mehr im Monat. Dabei hatte der ver.di-Vorsitzende Bsirske noch vor der Verhandlungsrunde erklärt: „Das bisherige Angebot wäre auch für 12 Monate nicht akzeptabel, weil es zum einen zu niedrig sei und zu anderen keine soziale Komponente für die unteren Entgeltgruppen enthalte.“ Die zentrale Forderung von 200€ mindestens wurde also – trotz anderer Bekundungen – komplett fallengelassen.</p>
<p>Für die Azubis gibt zwar noch keine unbefristete Übernahme, allerdings müssen sie nach 12 Monaten „Bewährung“ und bei „bedarfsgerechter Ausbildung“ übernommen werden. Schlupflöcher gibt es immer noch, groß wie Scheunentore, allerdings deutlich weniger als bei bisherigen Abschlüssen. Azubis erhalten außerdem rund 7,1% mehr Lohn. Für das Monatsticket allerdings müssen in der Regel weiterhin die Azubis blechen, denn erst Fahrtkosten, die 6% des Ausbildungsentgelts übersteigen, werden vom Bund und den Kommunen übernommen werden.<br />
Ein vergleichbar gutes Ergebnis für die Auszubildenden, bedenkt man, dass sie die ersten sind, deren Forderungen fallen gelassen werden. Es wäre aber insgesamt deutlich mehr gegangen. So waren rund 300.000 Beschäftigte bei den Streikaktionen und haben Kampfbereitschaft gezeigt – 35.000 Neumitglieder nicht zu vergessen.</p>
<p>Hätte es so einen Erzwingungsstreik gegeben und dann noch gleichzeitig mit der Metall- und Elektro-Tarifrunde, wäre der propagierte „soziale Frieden“ gebrochen – und dann hätten sich die Beschäftigten ihr Ergebnis erkämpft und wären gemeinsam für ihre Interessen eingestanden. So bleiben ein fauler Nachgeschmack, weil die kampfbereite Belegschaft wieder einmal den „Sozialpartnern“ geopfert wurde – die ihrerseits die Kohle lieber für Banken und Konzerne &#8216;raushauen. Deswegen muss sich ver.di aber auch nicht wundern, wenn Stände- und Spartengewerkschaften Zulauf bekommen – die streiken zwar nur für ihr eigenes Brot, aber dafür kämpfen sie richtig.</p>
<p><strong>Tom, München</strong></p>
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		<title>Post von der SDAJ: Offener Brief an Hannelore Kraft</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 13:00:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SDAJ-Webadmin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel aus der POSITIOИ]]></category>
		<category><![CDATA[Hannelore Kraft]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Linkspartei]]></category>
		<category><![CDATA[NRW]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>

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		<description><![CDATA[
Liebe Hanni,
seit zwei Jahren bist du nun unsere Ministerpräsidentin in NRW, ach was, unsere Landesmutter! Und das hat man dir gar nicht so leicht gemacht: Da war zuerst einmal das schwere Erbe von Rüttgers aus der CDU. Der hat nicht nur gerne mal die faulen Rumänen beschimpft, dem seine Sautruppe hat auch noch jede Menge [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2011/02/postvondersdaj.png"><img src="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2011/02/postvondersdaj-300x297.png" alt="" title="Post von der SDAJ" width="300" height="297" class="alignright size-medium wp-image-1191" /></a></p>
<p>Liebe Hanni,</p>
<p>seit zwei Jahren bist du nun unsere Ministerpräsidentin in NRW, ach was, unsere Landesmutter! Und das hat man dir gar nicht so leicht gemacht: Da war zuerst einmal das schwere Erbe von Rüttgers aus der CDU. Der hat nicht nur gerne mal die faulen Rumänen beschimpft, dem seine Sautruppe hat auch noch jede Menge Schulden angehäuft. Mehr als alle anderen Regierungen zuvor. Millionensummen sind in der Zeit versumpft. Da hat der Rüttgers wohl das ein oder andere krumme Ding gedreht, z.B. mit dem Tiggemann, dem Chef vom landeseigenen Bau- und Liegenschaftsbetrieb. Aber halt&#8230;ist der Tiggemann nicht in der SPD? Ach was, schwarze Schafe gibt&#8217;s überall!</p>
<p>Jedenfalls haben die von der CDU so viel Miese gemacht, das lässt sich gar nicht mehr überbieten. Schlechter Start für eine Ministerpräsidentin, wenn man den alten Präsi nicht überbieten kann. Das Schlimmste ist aber, die sind dann auch noch so dreist und ziehen vor&#8217;s Verfassungsgericht, weil du angeblich zu viel Schulden in 2011 gemacht hast. Unverschämt, wo du doch nur in unser aller Zukunft investiert hat und Zukunft ist schließlich gut für uns alle. War das nicht mal ein CDU-Slogan&#8230;?</p>
<p>Egal, was also tun? Vor allem weil die blöden Wähler eine Sozi-Nase zu wenig in den Landtag gewählt hatten. Du musstest dir schon 2011 den Haushalt mit der Enthaltung der LINKEN genehmigen lassen. Wie herabwürdigend! So konnte es jedenfalls nicht weitergehen, ständig auf diese Bande angewiesen zu sein. Mit der FDP ging&#8217;s auch nicht &#8211; schlecht für&#8217;s Image, auf ein sinkendes Schiff zu setzen. Also hast du die Schuldenbremse nun ganz allein gezogen und was ist der Dank? Alle stimmen sie gegen deinen Haushalt!</p>
<p>Da hast du den Landtag sich einfach auflösen lassen und das passt ja schon wie Arsch auf Eimer. Denn eine Zukunft ohne die LINKE im Landtag und ohne die FDP, das wäre schön. Richtig durchregieren können, nur mit der CDU in der Opposition. Na gut und den PIRATEN, irgendwo im Parlaments-Chatroom. Das ist ein guter Plan, gut für das Land und alle&#8230;„Sozial trotz Schuldenbremse“!</p>
<p>Wer&#8217;s glaubt? Wir jedenfalls nicht. Dein Konzept ist und war: Sozialabbau durch Schuldenbremse, da helfen auch keine Currywürste! Und mit ein bisschen Pech, ziehen die LINKEN wieder in den Landtag ein. So ist das mit dem Neoliberalismus, der verspekuliert sich halt gerne! Wir setzen derweil auf konsequente Opposition zur bürgerlichen Verelendungspolitik und drücken der LINKEN die Daumen. Jedenfalls solange, wie sie sich nicht darauf einlässt, eurer Kahlschlagpolitik den sozialen Deckmantel zu liefern.</p>
<p><strong>Daniel (Dortmund) &#038; das Zeitungskollektiv</strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Rostock: Der 1. Mai – Zukunft erkämpfen</title>
		<link>http://www.sdaj-netz.de/2012/05/rostock-der-1-mai-zukunft-erkaempfen/</link>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 23:52:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SDAJ-Webadmin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktionen]]></category>
		<category><![CDATA[Neues aus den Gruppen]]></category>
		<category><![CDATA[1. Mai]]></category>
		<category><![CDATA[1. Mai 2012]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeiterinnenjugendpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Klassenkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Rostock]]></category>
		<category><![CDATA[Sparpakete]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Genossinnen und Genossen von der SDAJ Rostock berichten auf ihrer Website über ihren 1. Mai:
Am Internationalen Kampftag der Arbeitenden, dem 1. Mai, fanden in ganz Deutschland große Demonstrationen statt. Inhaltlich beschäftigten sich die Bundesweiten Aktionen – neben Lohnerhöhungen und Übernahme statt Leiharbeit &#8211; vor allem mit der globalen kapitalistischen Krise. So auch in Rostock: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2012/05/CIMG0028.jpg"><img src="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2012/05/CIMG0028-300x171.jpg" alt="" title="1. Mai 2012 in Rostock" width="300" height="171" class="alignright size-medium wp-image-3220" /></a><em>Die Genossinnen und Genossen von der SDAJ Rostock <a href="http://sdajrostock.blogsport.eu/archives/863" target="_blank">berichten auf ihrer Website</a> über ihren 1. Mai:</em></p>
<p>Am Internationalen Kampftag der Arbeitenden, dem 1. Mai, fanden in ganz Deutschland große Demonstrationen statt. Inhaltlich beschäftigten sich die Bundesweiten Aktionen – neben Lohnerhöhungen und Übernahme statt Leiharbeit &#8211; vor allem mit der globalen kapitalistischen Krise. So auch in Rostock: Neben dem üblichen Demonstrationszug der Gewerkschaften und Parteien hatte es das Bündnis für einen kämpferischen 1. Mai geschafft schätzungsweise hundert DemonstrantInnen in einem Block zu vereinigen, der laut und selbstbewusst auftrat. Es zeigte sich, dass die im Vorfeld gelaufenen Mobilisierungsmaßnahmen an Schulen und in der Rostocker Innenstadt absolut erfolgreich waren.</p>
<p>Doch es gibt weiterhin viel zu tun. Die Krise dauert an. Die ArbeiterInnen Europas stehen vor der großen Aufgabe sich Kürzungsmaßnahmen wie dem ESF, Fiskalpakt usw. entschlossen entgegen zu stellen. Das geht nur mit dem Wissen, dass es wichtig ist sich zu organisieren, gemeinsam und fest entschlossen; die gewerkschaftliche Anbindung ist daher unerlässlich.</p>
<p>Der erste Schritt in die richtige Richtung wurde in Rostock an diesem, unseren 1. Mai gegangen.</p>
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		<title>Her mit dem schönen Leben! Unbefristete Übernahme und 6,5% mehr Lohn sind muss!</title>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 07:31:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SDAJ-Webadmin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(Foto: Danielle Civello, CC BY-NC 2.0)
Wir, die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ), erklären uns solidarisch mit den aktuellen Arbeitskämpfen in der Metall- und Elektroindustrie.
Die Unternehmer bezeichnen die Forderungen nach 6,5% mehr Lohn, unbefristeter Übernahme und einem Ausbau der Mitbestimmung der Betriebsräte bei Leiharbeit als „nicht akzeptabel, völlig daneben, schädlich“. Wir sagen: Die Forderungen sind mehr als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3197" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2012/05/6217763218_80f70780db_o.jpg"><img src="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2012/05/6217763218_80f70780db_o-300x199.jpg" alt="" title="IG Metall" width="300" height="199" class="size-medium wp-image-3197" /></a><p class="wp-caption-text">(Foto: Danielle Civello, CC BY-NC 2.0)</p></div>
<p>Wir, die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ), erklären uns solidarisch mit den aktuellen Arbeitskämpfen in der Metall- und Elektroindustrie.</p>
<p>Die Unternehmer bezeichnen die Forderungen nach 6,5% mehr Lohn, unbefristeter Übernahme und einem Ausbau der Mitbestimmung der Betriebsräte bei Leiharbeit als „nicht akzeptabel, völlig daneben, schädlich“. Wir sagen: Die Forderungen sind mehr als berechtigt!</p>
<p>Die Produktivität steigt Jahr für Jahr und damit auch der Profit der Unternehmer. Das funktioniert, weil wir wesentlich mehr Werte schaffen, als wir als Lohn ausgezahlt bekommen. Auch wenn die 6,5% durchgesetzt werden, wird sich daran nur wenig ändern. Wir verkaufen unsere Arbeitskraft weit unter ihrem Wert. Freiwillig wird uns niemand mehr bezahlen, wir müssen es uns erkämpfen.</p>
<p>Gleiches gilt für die unbefristete Übernahme: Rund 50% aller Auszubildenden werden nach der Ausbildung nicht übernommen. Die Stahlbranche hat mit ihren Tarifabschlüssen im letzten Jahr gezeigt, dass dieses Ziel erreichbar ist. Also: Gemeinsam für unbefristete Übernahme im erlernten Beruf und in Vollzeit!</p>
<p>Die Unternehmer haben in den letzten Jahren das Mittel Leiharbeit für sich entdeckt. Es dient vor allem der Lohndrückerei, schließlich verdient ein Leiharbeiter bis zu 40% weniger als ein Festangestellter. Warum? Weil Leiharbeit uns spaltet: in Festangestellte und Leiharbeiter. Das schwächt die Kampfbereitschaft der gesamten Belegschaft, denn Leiharbeit schürt die Angst der Stammbelegschaft, bald selber durch einen „Zeiti“ ersetzt zu werden. Die Leiharbeiter können so leicht entlassen werden, dass sie sich nicht trauen, sich für ihre Interessen einzusetzen. Das verhindert gemeinsame Aktionen und Solidarität im Betrieb. Unsere Interessen werden wir also am besten durchsetzen können, wenn wir an einem Strang ziehen und uns nicht spalten lassen. Die Forderung nach dem Ausbau des Mitspracherechts für Betriebsräte ist natürlich ein Schritt in die richtige Richtung, doch langfristig kann die Forderung nur lauten: Verbot von Leiharbeit.</p>
<p>Wir unterstützen euch in euren Forderungen und euren Arbeitskämpfen! Lassen wir uns nicht gegen einander ausspielen, sondern sorgen wir lieber zusammen dafür, dass unsere Forderungen vollständig durchgesetzt werden!</p>
<p>Her mit dem schönen Leben!</p>
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		<title>8. Mai: Wir wurden befreit &#8211; kapituliert haben die anderen!</title>
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		<pubDate>Thu, 03 May 2012 11:03:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SDAJ-Webadmin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Pressemitteilungen]]></category>
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		<category><![CDATA[8. Mai]]></category>
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		<description><![CDATA[[ 8. Mai 2012; ] Während LehrerInnen im Geschichtsunterricht und offizielle VertreterInnen der Bundesrepublik gerne von der deutschen Kapitulation reden, sprechen wir immer noch vom Tag der Befreiung. An diesem Tag haben die Deutschen keine schwere Niederlage erlebt - an diesem Tag wurde die schlimmste Herrschaft in der Geschichte Deutschlands beendet.

Schon kurz nach der Machtübertragung an Hitler wurden Mitglieder der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2012/05/reichstag1945.jpg"><img src="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2012/05/reichstag1945-300x219.jpg" alt="" title="Sowjetische Fahne auf dem Reichstag, 2. Mai 1945" width="300" height="219" class="alignleft size-medium wp-image-2996" /></a>Während LehrerInnen im Geschichtsunterricht und offizielle VertreterInnen der Bundesrepublik gerne von der deutschen Kapitulation reden, sprechen wir immer noch vom Tag der Befreiung. An diesem Tag haben die Deutschen keine schwere Niederlage erlebt &#8211; an diesem Tag wurde die schlimmste Herrschaft in der Geschichte Deutschlands beendet.</p>
<p>Schon kurz nach der Machtübertragung an Hitler wurden Mitglieder der KPD, SPD und der Gewerkschaften in Konzentrationslager verschleppt. Viele von ihnen haben den Tag der Befreiung nicht mehr erlebt. Der sogenannte Reichsarbeitsdienst, sorgte dafür, dass tausende Menschen zu Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen wurden, ohne Rechte, geschweige denn einer Vertretung in Form von Betriebsräten. Die Gewerkschaften waren zu diesem Zeitpunkt schon zerschlagen.</p>
<p>In der Folge dieser Herrschaft wurden dann alle, die nicht ins faschistische Weltbild passten, deportiert und systematisch ermordet. Egal ob Menschen mit jüdischem Glauben, Homosexuelle, Menschen mit Behinderungen, Roma und Sinti oder politische GegnerInnen. Die deutsche Wehrmacht war bei all diesen Verbrechen beteiligt. So organisierte sie die Zusammentreibung von jüdischen Menschen um diese dann in Massengräbern zu erschießen. Unter dem Vorwand Partisanen zu bekämpfen wurden Dörfer ausgerottet, Frauen, Kinder und ganze Familien wurden gefoltert und ermordet.</p>
<h2>Nazifreie Zonen gegen das Vergessen</h2>
<p><a href="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2012/04/befreiung.png"><img class="alignright size-medium wp-image-2994" title="Befreiung vom Faschismus" src="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2012/04/befreiung-271x300.png" alt="" width="271" height="300" /></a>Als am 8. Mai 1945 das faschistische Deutschland kapitulierte, atmeten nicht nur die überfallenen Nationen auf, sondern es bedeutete auch für viele Menschen in den Konzentrationslagern, dass sie das Unglaubliche überlebt hatten.</p>
<p>Aus diesem Grund ist dieser Tag der Tag, an dem wir all jenen Gedenken, die das Grauen beendeten, die die Welt vom faschistischen Terror befreiten. Nach dem 8. Mai 1945 gab es zwei Losungen an denen die Zukunft Deutschlands gemessen werden sollte. Nie wieder Krieg und nie wieder Faschismus.</p>
<p>Seit 1999 nimmt Deutschland wieder an Angriffskriegen teil, ist mit seinen Truppen rund um die Welt präsent und baut seine Armee von einer wehrpflichtigen Verteidigungsarmee zu einer Berufsarmee um, die eine klare Angriffsarmee wird. Dem gilt es, sich zu widersetzen und aufzuzeigen, dass von diesem Land nie wieder Krieg entstehen darf, dass deutsche Profitinteressen nicht noch einmal die Welt in Schutt und Asche versetzen dürfen.</p>
<p>Wir leben derzeit nicht in einem faschistischen Staat. Dennoch stellen sich einige Fragen, die einen beängstigenden Beigeschmack haben. Wie konnte der sogenannte „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) über mehrere Jahre Menschen ermorden, obwohl staatliche Organe vom Treiben der Gruppe wussten? Wieso wird eine faschistische Partei wie die NPD durch Steuergelder finanziert, obwohl Mitglieder dieser Partei den „NSU“ mit Waffen versorgten? Wieso wird die Versammlungsfreiheit von FaschistInnen mit brutaler Gewalt durchgesetzt, während antifaschistischer Protest kriminalisiert wird?</p>
<p>All diese Fragen lassen uns zu einem Schluss kommen: Der Tag der Befreiung muss gefeiert werden, damit niemals vergessen wird, warum die Losung &#8220;Nie wieder Krieg, Nie wieder Faschismus&#8221; auch heute noch aktuell ist.</p>
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		<title>Unbefristete Übernahme muss sein!</title>
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		<pubDate>Tue, 01 May 2012 07:22:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SDAJ-Webadmin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktionen]]></category>
		<category><![CDATA[1. Mai]]></category>
		<category><![CDATA[1. Mai 2012]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeiterinnenjugendpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Klassenkampf]]></category>
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		<description><![CDATA[(Foto: IG Metall Jugend, CC BY-NC-SA 2.0)
Immer mehr Jugendliche sind davon betroffen: Nach der Ausbildung gibt es keine Übernahme sondern nur den Weg zur Leiharbeitsfirma. Gerade für Berufseinsteiger wird es immer schwieriger in ein reguläres Arbeitsverhältnis zu kommen.
Vielleicht hast du Glück gehabt: einen Ausbildungsplatz gefunden, dich jeden Tag im Betrieb abgerackert, um einen guten Abschluss [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3091" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2012/04/6889898098_7dbc5f7af8_b.jpg"><img src="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2012/04/6889898098_7dbc5f7af8_b-200x300.jpg" alt="" title="Unbefristete Übernahme" width="200" height="300" class="size-medium wp-image-3091" /></a><p class="wp-caption-text">(Foto: IG Metall Jugend, CC BY-NC-SA 2.0)</p></div>
<p>Immer mehr Jugendliche sind davon betroffen: Nach der Ausbildung gibt es keine Übernahme sondern nur den Weg zur Leiharbeitsfirma. Gerade für Berufseinsteiger wird es immer schwieriger in ein reguläres Arbeitsverhältnis zu kommen.</p>
<p>Vielleicht hast du Glück gehabt: einen Ausbildungsplatz gefunden, dich jeden Tag im Betrieb abgerackert, um einen guten Abschluss zu machen – und es auch geschafft! Aber was nun? In der letzten Woche eröffnet dir dein Chef: Übernahme? Nein, dieses Jahr leider nicht&#8230;</p>
<p>Es trifft fast jeden Zweiten unter 25 Jahren: Keine feste Stelle, von einem Praktikum ins nächste, kein Einkommen, von dem man leben kann, keine Perspektive. 40 Prozent aller jungen Berufstätigen haben nur befristete Verträge, arbeiten als LeiharbeiterInnen oder zu Minilöhnen. Jugendliche sind nicht nur besonders häufig in atypischen Arbeitsverhältnissen, sie sind zusätzlich auch von der Krise besonders betroffen: im Gegensatz zu den älteren KollegInnen mit festen Verträgen sind sie viel leichter kündbar. Die Jugendarbeitslosigkeit ist deshalb – übrigens in ganz Europa – höher, als im Gesamtdurchschnitt. Spitzenreiter Europas ist Spanien mit einer Jugendarbeitslosigkeit von 48%. In Deutschland ist die Arbeitslosenquote bei Jugendlichen fast doppelt so hoch wie im Durchschnitt und liegt momentan bei um die 10%</p>
<p>Jugendarbeitslosigkeit und prekäre Beschäftigung von Jugendlichen sind ein politisches und gesellschaftliches Problem – es geht hier nicht um das persönliche Versagen einzelner Jugendlicher. Dass Jugendliche nach der Ausbildung nicht übernommen werden, verstärkt diese Entwicklung noch. Zur Zeit beträgt die Gesamtübernahmequote bundesweit gerade mal 57% – also auch ein gesellschaftliches Problem.<br />
Wir brauchen eine unbefristete Übernahme im erlernten Beruf für alle Jugendlichen. Das würde unsere Perspektive und die gesamte Situation von Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt deutlich verbessern. Tarifauseinandersetzungen sind genau der richtige Ort und die richtige Zeit, um für unbefristete Übernahmeregelungen zu kämpfen.</p>
<p>Anfang des Jahres wurde die unbefristete Übernahme für alle Azubis in der Stahlindustrie durchgesetzt. Dass sie im Tarifkampf der  Metall- und Elektrobranche auf der Tagesordnung steht ist ebenso richtig! Denn auch hier haben  Leiharbeit, befristete Arbeitsverhältnisse und Mini-Jobs haben in der deutschen Metallindustrie erheblich zugenommen. Allein der Anteil an Leiharbeit hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht. Und: Der Berufsstart auf Raten wird auch für Metaller zum Normalfall. 40 Prozent der Berufsanfänger unter 20 Jahren haben befristete Arbeitsverträge.</p>
<p>Deshalb sagen wir: Unbefristete Übernahme muss sein!</p>
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		<title>Festival der Jugend 2012: „Nichts anderes ist, als was wir daraus machen“</title>
		<link>http://www.sdaj-netz.de/2012/04/festival-der-jugend-2012-nichts-anderes-ist-als-was-wir-daraus-machen/</link>
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		<pubDate>Sun, 29 Apr 2012 09:00:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SDAJ-Webadmin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel aus der POSITIOИ]]></category>
		<category><![CDATA[Neues aus den Gruppen]]></category>
		<category><![CDATA[BRD]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Ellen Schernikau]]></category>
		<category><![CDATA[Festival der Jugend]]></category>
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		<category><![CDATA[Ronald M. Schernikau]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Ellen Schernikau liest auf dem diesjährigen Festival der Jugend aus den Werken ihres früh verstorbenen Sohnes, Ronald M. Schernikau. 
Geboren in der DDR, aufgewachsen in der BRD, ist Schernikau der junge Homosexuelle, der nicht an der piefigen Kleinstadt scheitert, sondern sie an ihm. Auch die Leichtigkeit des früheren Westberlins prallt an ihm ab, Ronald wird [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ellen Schernikau liest auf dem diesjährigen Festival der Jugend aus den Werken ihres früh verstorbenen Sohnes, Ronald M. Schernikau. </p>
<p>Geboren in der DDR, aufgewachsen in der BRD, ist Schernikau der junge Homosexuelle, der nicht an der piefigen Kleinstadt scheitert, sondern sie an ihm. Auch die Leichtigkeit des früheren Westberlins prallt an ihm ab, Ronald wird kurz vor der Wende DDR-Staatsbürger.</p>
<p>Konsequent in seinen Analysen, urteilt er stets mit zärtlicher Schärfe. Mit Passagen, die zum lauten und mehrfachen lesen verführen, schuf Schernikau Literatur in einem wiederzuentdeckenden Sinne – als Spiegel der Verhältnisse. </p>
<p>POSITION führte ein Interview mit seiner Mutter, Ellen Schernikau, die seit Jahren auf Veranstaltungen aus seinen Werken ließt.<br />
Online veröffentlichen wir  das Interview ungekürzt, in voller Länge.</p>
<p><strong>POSITION:</strong> Ellen, warum glaubst du, dass es sich auch heut noch für junge Leute lohnt, Ronalds Texte zu lesen?</p>
<p><strong>Ellen:</strong> Ich denke, dass die Texte, die Ronald geschrieben hat, zeitlos sind. Dass sie sozusagen immer Gültigkeit haben. Es gibt natürlich bestimmte Bezüge, die sich überholen, das ist logisch. Aber die Kernaussage gilt eigentlich immer. Und eine seiner Kernaussagen ist: „nichts anderes ist, als was wir daraus machen“ Das zum Beispiel. Das ist das Ende eines Gedichtes, das heißt &#8220;bach&#8221;.</p>
<div id="attachment_3185" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2012/04/schernikau.png"><img src="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2012/04/schernikau-300x201.png" alt="" title="Ronald M. Schernikau" width="300" height="201" class="size-medium wp-image-3185" /></a><p class="wp-caption-text">(Foto: <a href='http://www.schernikau.net/' target='_blank'>www.schernikau.net</a>)</p></div>
<p>Oder zum Beispiel aus &#8220;tage in l.&#8221; &#8211; wie er sagt, &#8220;es gibt eine einfache probe. frage jemanden nach seinem ideal und frage ihn nach der wirklichkeit. wenn er beginnt, sein ideal zu besingen, geht es los. wenn er über die wirklichkeit lamentiert, vergiß ihn.&#8221; Klar weiß er, dass man das Schlechte der Wirklichkeit benennen muss, und man muss einfach auch mal klagen, man muss sich ärgern und aufregen. Aber wenn es dabei bleibt, dann ist es schade um die eigene Zeit und das eigene Leben.</p>
<p>Also ein Mensch ohne Ideal, das fand er und das teile ich vollständig, der ist eigentlich arm. Das sind so ein paar Beispiele, die man fortsetzen kann. Das mache ich auf den Lesungen. Das macht Mut, mit diesen Texten. Diese Reaktion erfährt man auch an sich selbst, wenn man das so liest. </p>
<p><strong>POSITION:</strong> Über deine eigene Lebensgeschichte erfährt man viel in dem Buch „Irene Binz. Befragung“, das Ronald geschrieben hat. Wie kam es denn zu der Idee?</p>
<p><strong>Ellen:</strong> Ronald kam eines Tages und sagte: Du hast so vieles erlebt, diese Ost-West-Geschichte und ich brauche neuen Stoff und kann ich das nicht aufschreiben. Da hab ich erst mal gesagt: Nee, ich hab mir auch schon mal gedacht, wenn ich selber mal Zeit habe, Rentnerin bin, dann mach ich das selber. Weil ich selbst auch sehr gern schreibe. Beim nächsten Besuch hat er dann wieder so rumgestottert und willst du nicht, kann ich nicht und da hab ich mir gedacht, ach, na klar. Wenn ich das selber schreibe dann wird&#8217;s vielleicht auch ein bisschen kitschig und sentimental und das ist eigentlich gut, wenn er das macht. Und dann hab ich ihm meine Geschichte geschenkt.</p>
<p>Und dann kam er an, mit einem Tonbandgerät und dann haben wir ein ganzes Wochenende zusammen gesessen und haben wirklich zwischendurch einfach mal was gegessen, waren auf dem Klo oder haben mal geschlafen aber eigentlich haben wir ein ganzes Wochenende lang mal nur geredet, geredet &#8211; ich vor allen Dingen &#8211; er hatte seine Fragen, und so ist das entstanden. Und dann sind da 600 Schreibmaschinenseiten draus geworden. Die hat er zusammengeschnitten auf 150 Seiten. Dann wollte er das gerne in der DDR veröffentlichen und die DDR mit ihren sehr ängstliche Lektoren, die haben das abgelehnt. Weil sie das aus mehreren Gründen nicht druckbar in der DDR fanden. Ein Grund war: man kann den Leuten nicht erzählen, dass jemand aus Liebe rübergegangen ist. Geht halt nicht. Man verrät das Land nicht. Da haben sie sicherlich irgendwo recht. Trotzdem fand ich das damals kleinlich, weil das hätte eine Diskussionsgrundlage sein können für gute Diskussionen. Aber da waren sie ein bisschen engstirnig.</p>
<p><strong>POSITION:</strong> Wie bei so vielen Werken Ronalds, dieses Problem hat sich ja zeitlebens durch Ronalds Leben gezogen. Sowohl in der BRD als auch in der DDR hatte er Schwierigkeiten. Was waren denn da die Argumente? Womit hatte er zu tun und zu kämpfen?</p>
<p><strong>Ellen:</strong> „Man schreibt sowas nicht, sowas gehört nicht in die Öffentlichkeit.“ Und im Westen haben die Verlage dann gesagt er ist zu weit links. Und dann auch noch homosexuell. Das hat ihnen dann auch wieder nicht gepasst. Beide Seiten fanden ihn zu radikal. Und trotzdem hatte er den Wunsch, in der DDR zu leben, obwohl er wusste, dass er da nicht gedruckt wird. Aber er war in der Hoffnung, dass eines Tages die Leute vernünftiger werden. Oder offener. Und er hat immer gesagt, wenn ich das Land, was ich liebe, also die DDR, kritisiere, dann verstehe ich überhaupt nicht, dass sie die Kritik nicht annehmen, denn ich kritisiere doch nur dann, wenn ich will, dass sich was verbessert. Eine konstruktive Kritik macht man ja nicht, um jemanden nieder zu machen sondern um ihn aufmerksam zu machen und das wollte er. Er wollte einfach ins Gespräch kommen. Und dazu waren die DDR-Leute nicht bereit. Dazu waren sie nicht selbstkritisch genug.</p>
<p><strong>POSITION:</strong> Obwohl deine Eltern mit Hitler sympathisiert haben, bist du überzeugte Kommunistin. Wie kam denn das? Warum hat der Sozialismus dir so eingeleuchtet?</p>
<p><strong>Ellen:</strong> Ich denke, ich hatte gute Lehrer. Immer wenn ich mit diesen Fragen zu &#8220;Früher&#8221; nach Hause kam, da wurde nicht drauf reagiert. Oder das wurde einfach negiert. Und ich hab so viel in der Schule gelernt. Über das, was das sogenannte dritte Reich wollte, die Ziele, die Verfolgung, so dass ich glaubte, dass sowas einfach nicht mehr vorkommen darf, man dem den Boden entziehen muss. Und da wurde sozusagen bei mir &#8220;gesät&#8221; und die Saat ist auf fruchtbaren Boden gefallen. Das hat mir eingeleuchtet.</p>
<p>Und dadurch, dass ich immer schon ein kommunikativer Mensch war und gesellschaftlich gerne tätig, hatte ich darüber gleich auch immer Funktionen und hab auch gut argumentieren können. Dann bin ich darüber in die FDJ gekommen, über den Pionierrat. Und in die Partei. Und so bin ich meinen Weg gegangen. Und hab mich nicht beirren lassen von den Fehlern, die wir gemacht haben. Die zwar schmerzvoll waren &#8211; ich hab Jahre gebraucht, um nicht zu weinen, wenn bestimmte Themen angesprochenen wurden, weil ich manchmal nicht wahrhaben wollte, was wir für Schwächen hatten, und bin trotzdem dabei geblieben, weil ich weiß, dass der Marx recht hat. Dass dieses System keine Zukunft hat. Und ich freue mich, dass ich bei dem Experiment dabei war. Es ist zwar schiefgegangen – leider – aber es war halt zu schwach. Deshalb konnten die anderen es auch gut killen. Etwas kann ja auch eher gekillt werden, wenn etwas schwach ist. Und diese Schwächen haben wir selber nicht so gesehen. Wir haben uns überschätzt, wir haben gedacht wir wären stärker.<br />
Nächstes Mal wird&#8217;s besser. </p>
<p><strong>POSITION:</strong> Na, wir arbeiten dran! </p>
<p><strong>Ellen:</strong> Genau, und dafür brauchen wir euch! Die Jugend! Also wenn ich mir vorstelle, 50 Jahre war ich aktiv, aber irgendwie wird man auch müde und verleugnet sich zwar nicht, auf keinen Fall, aber ich habe nicht mehr die Kraft. Und da müsst ihr jetzt ran. Ihr seid jung und habt auch wieder andere Ideen und das ist auch gut so.</p>
<p><strong>POSITION:</strong> Obwohl du ja so sehr hinter der DDR stehst, bist du umgesiedelt in die BRD. Warum war das denn der Fall?</p>
<p><strong>Ellen:</strong> Das war nicht aus politischen Gründen, sondern weil der Vater von Ronald drüben gelebt hat. Und ich hatte immer das Gefühl, ich muss dem Kind einen Vater geben und ich hab den Mann auch geliebt. Wollte mehr Kinder mit ihm. Und ich muss auch sagen, als der 13. August &#8217;61 kam, also die Mauer gebaut wurde, hatte ich das Gefühl, jetzt haben mir andere das Problem abgenommen, weil ich nie richtig wusste, wie mach ich&#8217;s richtig. Geht mein Privatleben vor, also meine Wünsche, meine Gefühle, oder muss ich nicht in meinem Land bleiben und am Aufbau mithelfen? Das hat mich viel Kraft gekostet. Sodass der 13. August erstmals eine Art Ruhe reingebracht hat.</p>
<p>Ich hab gedacht: gut, jetzt sehe ich ihn vielleicht nicht wieder. Aber ich hab gespürt, dass es für mich eigentlich ganz gut war, ich war beruhigt. Dann bin ich aber doch rüber gegangen, weil er über so eine Fluchthelfergesellschaft die Gelegenheit hatte, für &#8216;nen Haufen Geld, uns zu holen. Dann hab ich&#8217;s mir auch nicht leicht gemacht. Dennoch habe ich mich für meine privaten Gefühle entschieden. Was man nicht unbedingt nachvollziehen muss, aber es war halt so.</p>
<p><strong>POSITION:</strong> Und was hat dich dabei am meisten geschmerzt?</p>
<p><strong>Ellen:</strong> Das ich nicht mehr teilhaben konnte. Am weiteren Verbessern der Situation. Dass ich das, was selbstverständlich war, aufgeben musste. Ich kannte ja die Verhältnisse, die im Westen herrschten, zwar nur aus Berichten oder aus dem Unterricht, aber ich wusste das da vieles &#8211; gerade was Soziales, Bildungsmäßiges und Gesundheitliches anbelangte &#8211; bei uns gut war. Und dass ich das jetzt verlassen muss und diese Ungewissheit, in welche Verhältnisse mein Kind kommt, wie es im Westen aufwachsen würde, das war für mich fast bedrohlich. Und trotzdem hab ich&#8217;s gemacht.</p>
<p>Mit dem Wissen von heute würde ich&#8217;s nicht mehr machen. Doch damals konnte ich nicht anders und dazu stehe ich. Es gab damals viele aus meinen Reihen, die das nicht verstanden haben und auch heute gibt es noch welche. Aber das ist nun keine frage mehr. Ich hab&#8217;s getan und das bin ich.</p>
<p><strong>POSITION:</strong> Und Ronald? Warum ist er wieder zurückgegangen? Waren dass die Gründe weshalb er generell rüber gegangen ist? Was war da sein Interesse?</p>
<p><strong>Ellen:</strong> Er kannte die DDR ja nur als kleines Kind, bis 6. Da kriegst du ja nicht viel mit. Und dann hat er studiert in Leipzig und hat den Alltag kennen gelernt. Und dann hat er während der 3 Studienjahre gesehen, dass das Anliegen der sozialistischen Idee so gut ist, dass er dabei sein wollte, sie immer weiter zu verwirklichen. Obwohl er wusste, dass er ihnen zu radikal ist. Aber das ging ihm nicht unbedingt um dieses Persönliche. Er wollte einfach dabei sein. Das war die eine Seite. Die andere Seite war, dass er in einer gesicherten Position dort arbeiten konnte. Obwohl er nicht veröffentlicht werden würde, wusste er, dass er dort produzieren kann und dass er ein Recht auf Arbeit hat ein Recht auf eine Arbeitsstelle. Was es ja einfach im Westen nicht gab und auch nicht gibt.</p>
<p><strong>POSITION:</strong> Wie kam es denn überhaupt, dass der Ronald den Kommunismus für vernünftig befunden hat?</p>
<p><strong>Ellen:</strong> Also der Anfang bin sicherlich ich. Ich war ja seine Bezugsperson und er hat mitbekommen wenn ich von der DDR gesprochen habe. Da sind Lügen über die DDR erstmal abgeprallt. Und ich habe ihm Bücher aus der DDR kommen lassen.</p>
<p>Und ich habe ausschließlich gute Literatur gelesen und er auch. Ich war immer bemüht, ihn keinen Kitsch lesen zu lassen oder keine oberflächlichen Dinge. Und er kannte meine Einstellung und hat die sicherlich als Kind erstmal für wahr befunden. Die Umwelt formt ja den Menschen. Aber jetzt kam ja die Schule dazu. Und es hätte durchaus sein können, dass er eher den Lehrern geglaubt hätte, so wie es mir mit meinen Eltern gegangen ist. Und dass er mich nicht mehr ernst genommen hätte. Das ist aber nicht passiert. </p>
<p><strong>POSITION:</strong> Was war denn das für Literatur, die er gelesen hat?</p>
<p><strong>Ellen:</strong> Ich weiß zum Beispiel, dass er mit 14 schon den Faust gelesen hat. Ob er das alles verstanden hat weiß ich nicht. Aber mit Interesse hat er das gelesen. Er hat die ganzen Klassiker gelesen. Goethe, Schiller, und ich weiß noch, dass er mal aus dem Kinderbuchverlag der DDR mit acht ein Buch ab 12 gelesen hat. Meine Mutter hat ihm das aus der DDR mitgebracht hat. Als Geschenk. Und zwar waren das die Shakespeare-Stücke als Märchen für Kinder. Sodass er recht früh schon mit den Figuren von Shakespeare und mit der Stilart, mit Sonetten bekannt wurde. Und sich da literarisch, belletristisch, auch selber weiter gebildet hat. Er hat alles gelesen was ich hatte. Und ich hatte halt nie Schund. Immer gute Schriftsteller, ob das nun Hermann Kant war oder Brecht, ganz viel, oder Heym. So hat er sich auch geistig gebildet. Und hat sich nie davon abbringen lassen, hat nie irgendwelche schlechten Sachen gelesen. Natürlich mit Einschränkung &#8211; er hat auch mal die Bravo gelesen. Die geht ja an keinem vorbei. Und auch den Superman. Aber er ist eben nicht dabei geblieben.</p>
<p><strong>POSITION:</strong> Und wie ist er schließlich zu SDAJ gekommen?</p>
<p><strong>Ellen:</strong> Er hat da irgendwann Infomaterial gesehen und wusste gar nicht was das ist, brachte das mit und wir haben das zuhause gelesen. Und wir wussten gar nicht, dass es die DKP gab. Wir haben von den sogenannten 68er Jahren zum Beispiel gar nichts mitbekommen. Erstens mal waren wir in der Kleinstadt, da ist sowieso politisch null, und zweitens mal waren wir ja grade erst zwei Jahre drüben, da hatten wir andere Sorgen. Diese Enttäuschung, den Vater doch nicht zu bekommen und doch keine Familie zu bekommen, die war gegenwärtig. So das wir uns versucht haben, den Alltag so schön wie möglich zu machen. Da hat uns die Umwelt gar nicht gekümmert.</p>
<p><strong>POSITION:</strong> Und wie war sein Verhältnis zur SDAJ?</p>
<p><strong>Ellen:</strong> Er ist ja recht früh in die SDAJ eingetreten, mit 16, und brachte immer Material mit nach Hause, ist auch ein halbes Jahr später in die DKP eingetreten.</p>
<p>Auf der einen Seite war er froh, Leute kennen zu lernen, die so denken wie er. Jugendliche die so sind wie er. Die Kritik war, dass man mit seinem Schwulsein nicht zurecht gekommen ist. Das war ein Konflikt für ihn, dass ein Jugendverband oder ein Partei, die ja doch sehr offen ist, aber an manchen stellen so blöd. Das hat ihn enttäuscht. Einen hat er kennengelernt, der auch beides war, Kommunist und schwul. Die haben sich dann viel unterhalten. Aber sonst war das ein Tabu-Thema. Das war dann &#8217;76. Da redete man nicht offen darüber.</p>
<p>Und was auch seine Kritik war: Er hat früh gemerkt, dass er gern schreibt. Einmal hatte er sich für ein Poeten-Seminar in der Karl-Liebknecht-Schule angemeldet. Und das fanden die Genossen aus der Gruppe da nicht so wichtig. Und erst viel später haben sie mir mal gesagt, nach Ronalds Tod, sie haben den Ronald damals nicht verstanden. Warum wissen sie selber nicht. Für die kamen nur politische Themen infrage und das war auch sehr befremdlich für Ronald und mich. Denn wenn es solche Themen doch schon angeboten gibt, dann muss man doch damit rechnen, dass sich jemand dafür meldet?! Das waren so ein paar Widersprüche. Aber wie das so ist, die Grundlinie stimmte. Und er ist auch immer dann dabei geblieben. Und er hatte immer Kritik, war immer einer von denen, die gerade raus ihre Meinung gesagt haben. In dem Bestreben, dass es besser wird. Dass man mehr zu sich steht und fähiger wird.</p>
<p><strong>POSITION:</strong> Was hat er denn immer so gemacht, hatte er bestimmte Funktionen?</p>
<p><strong>Ellen:</strong> Der war immer aktiv. Im Redaktionskollegium etwa. Da war er schon in der sechsten Klasse. Die anderen waren alle so elfte, zwölfte. Da war er schon dabei die Schülerzeitung mitzugestalten. Und da hab ich auch heute noch einige Artikel.</p>
<p>Und später war er in der DKP auch im Gruppenvorstand, da hat er auch die Zeitung für Hannover gemacht. Es war immer sein Bestreben, sich zu äußern. Nicht einfach nur als Parteimitglied rumzusitzen und zuzuhören, was da vorne jemand verkündet, sondern er wollte immer mitmachen. Aktiv sein. Und da ihm das Schreiben lag, liegt es ja nahe, dass einer sich da betätigt. Er konnte gut formulieren. So war er eben auch im Gruppenvorstand, der hat immer aktiv mitgewirkt und kritisiert. Und das ist so geblieben. Bis zu seinem Tod.</p>
<p>Und „die tage in l.“ steckt voller Kritik. An der DDR. Obwohl er die geliebt hat. Aber er hatte eben diese Kritik. Sodass nicht mal das in der DDR veröffentlicht werden konnte. So blöd war man damals. Also sein Mentor, der Leiter des Literaturinstituts in Leipzig war, der hat immer gesagt: „die tage in l.“ müsste in die Schulen der DDR. Das hat niemand gemacht. Und so ist es auch wieder im Westen verlegt worden.</p>
<p><strong>POSITION:</strong> Wie war das mit den anderen Werken?</p>
<p><strong>Ellen:</strong> „legende“ hat er vier Wochen vor seinem Tod noch fertig gestellt. Und da haben Thomas Keck, sein Lebenspartner und ich auch acht Jahre gebraucht, denn wer verlegt schon 600 Seiten über was, wo es auch wieder um Ost und West geht. Auch noch verpackt in so &#8216;ne Engelsgeschichte. Das war nicht einfach. Dann hat der Thomas Keck viele Artikel, die schon veröffentlicht waren oder die auch im Nachlass herausgesucht wurden als „Königin im Dreck“ herausgegeben. </p>
<p><strong>POSITION:</strong> Also war Ronald auch anders publizistisch tätig?</p>
<p><strong>Ellen:</strong> Ja, der hat sich Geld verdient als Journalist. Einmal um sich zu äußern und natürlich auch um Geld zu verdienen. Muss man ja. Und da ist in den linken Zeitungen immer wieder was von ihm gewesen. Ich weiß nicht wie viel insgesamt.</p>
<p>Und dann ist die „Irene Binz“ jetzt erst rausgekommen, zum 50. Geburtstag. Die ist er damals auch nicht losgeworden. Da hat er damals auch eine Kunstform raus entwickelt, in Blankversen. Das findet man in der „legende“. Das ist darin ein bisschen untergegangen. Die liest sich auch so schon nicht leicht. </p>
<p><strong>POSITION:</strong> Zu welchem Werk würdest du jetzt im Moment als erstes greifen?</p>
<p><strong>Ellen:</strong> „legende“. Weil das so vielschichtig ist. Obwohl ich das ja mindestens drei Mal lesen musste. Ich hab&#8217;s ja mit korrigiert. 2 Mal. Da hab ich manches nicht verstanden. Heute ist das so ein Buch für den Nachttisch. Das kann man aufschlagen wo man will, man kann zu jedem Thema was finden. Ob das eine Erzählung ist oder ein Märchen oder Interviews, oder einfach subjektive Aussagen. Das ist wirklich wie eine Bibel, so hat der Ronald das auch geschrieben. Der hat sie auch zweispaltig geschrieben. Du schlägst es auf und liest dich fest. Und wenn dich was nicht so interessiert, dann blätterst du weiter und du stößt hundertpro auf eine Stelle die dich interessiert. Über die du nachdenken kannst. Und das ist das schöne daran. Sein Opus Magnum, sein großes Werk.</p>
<p><strong>POSITION:</strong> Zum Festival der Jugend: Wir sind sehr froh, dass du unsere Einladung angenommen hast!</p>
<p><strong>Ellen:</strong> Also, ich bin hochbeglückt! Also muss ich dir wirklich sagen, ich hab mich riesig gefreut als du angerufen hast. Darüber, dass ihr, die ihr meine Enkel sein könntet, dass ihr Interesse habt an mir und an meiner Generation und an dem was wir so erlebt haben. Freu ich mich.</p>
<p>Das Interview führte:<br />
<strong>Lea, Essen</strong></p>
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