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	<title>SDAJ</title>
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	<description>Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend</description>
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		<title>Nazis und Nachrichtendienste: Am 17. Juni wurde die SED „nicht ihrer Fehler, sondern ihrer Vorzüge wegen“ angegriffen.</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Jun 2013 08:59:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SDAJ-Webadmin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Pressemitteilungen]]></category>
		<category><![CDATA[17. Juni 1953]]></category>
		<category><![CDATA[Antikommunismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Erklärung der SDAJ zum Jahrestag des 17. Juni 1953
(Foto: Bundesarchiv, Bild 175-14676 / CC-BY-SA 3.0)
Am 17. Juni 1953 fand in der DDR ein Aufstand statt. Arbeiter streikten, Aufständische versuchten, die SED zu stürzen, schließlich schlugen in der DDR stationierte sowjetische Truppen den Aufstand nieder. Zum 60. Jahrestag dieses Aufstands sehen wir auf allen Kanälen die [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Erklärung der SDAJ zum Jahrestag des 17. Juni 1953</em></p>
<div id="attachment_4329" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2013/06/Bundesarchiv_Bild_175-14676_Leipzig_Reichsgericht_russischer_Panzer1.jpg"><img src="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2013/06/Bundesarchiv_Bild_175-14676_Leipzig_Reichsgericht_russischer_Panzer1-300x212.jpg" alt="(Foto: Bundesarchiv, Bild 175-14676 / CC-BY-SA 3.0)" width="300" height="212" class="size-medium wp-image-4329" /></a><p class="wp-caption-text">(Foto: Bundesarchiv, Bild 175-14676 / CC-BY-SA 3.0)</p></div>
<p>Am 17. Juni 1953 fand in der DDR ein Aufstand statt. Arbeiter streikten, Aufständische versuchten, die SED zu stürzen, schließlich schlugen in der DDR stationierte sowjetische Truppen den Aufstand nieder. Zum 60. Jahrestag dieses Aufstands sehen wir auf allen Kanälen die herrschende Sicht auf die Ereignisse: Im Fernsehen, in der Zeitung, in der Schule. Bundespräsident Gauck, die großen Medienkonzerne und die Bundeszentrale für politische Bildung – eine Einrichtung des Innenministeriums – erklären uns, wie es angeblich wirklich war: Am 17. Juni 1953 erhoben sich die Menschen in der DDR gegen die kommunistische Unterdrückung, für Freiheit und Demokratie. Gegen diese verordnete Sicht wollen wir nur auf drei Tatsachen hinweisen. </p>
<h2>1. Die DDR-Regierung hatte ihre Fehler schon vor dem 17. Juni korrigiert.</h2>
<p>Eine Reihe von Maßnahmen der Regierung der DDR hatten in den Monaten vor dem 17. Juni für große Unzufriedenheit gesorgt. Dazu gehörte vor allem, dass eine Erhöhung der Arbeitsnormen für Industriearbeiter einfach verordnet wurde, ohne dass die Arbeiter an dieser Entscheidung beteiligt wurden. Aber der Aufbau des Sozialismus ist nur möglich, wenn die Arbeiterklasse die Dinge in die eigenen Hände nimmt und die Wirtschaft des Landes voranbringt. Diese Politik der SED war deshalb falsch. Die SED als regierende Partei hatte aber schon am 9. Juni, also vor dem Aufstand, begonnen, ihre Fehler zu korrigieren. Die Maßnahmen wurden zurückgenommen. Der Aufstand vom 17. Juni richtete sich deshalb nicht gegen diese Maßnahmen, sondern gegen die Errungenschaften der DDR. Die Unzufriedenheit der Menschen mit einigen Maßnahmen der sozialistischen Regierung wurde genutzt, um den Sozialismus selbst anzugreifen. In der DDR wurde damals – anders als im Westen – ein antifaschistischer Staat aufgebaut, statt Nazi-Generälen saßen hier ehemalige KZ-Häftlinge in der Regierung. In der DDR wurden die eigentlichen Verursacher des Faschismus bekämpft: Die großen Konzerne wurden enteignet, der Boden der adligen Großgrundbesitzer, der Junker, an die Bauern verteilt. Und in der DDR wurde dafür gesorgt, dass auch Kinder und Jugendliche aus Arbeiterfamilien eine gute Bildung bekamen und studieren konnten. Das abzuschaffen war nicht das Interesse und nicht der Wille der großen Mehrheit der Arbeiter in der DDR. </p>
<h2>2. In dem Aufstand spielten faschistische Kräfte eine wichtige Rolle.</h2>
<p>1953 war der 2. Weltkrieg erst seit acht Jahren vorbei, die Erinnerung an die Verbrechen des Faschismus noch überall lebendig. Die angeblich demokratischen Aufständischen stürmten Gefängnisse, erschossen Polizisten und befreiten „politische“ Gefangene. Dabei waren natürlich auch alte Nazis, die völlig zu Recht einsaßen. Auf vielen Kundgebungen am 17. Juni wurde das Deutschlandlied gesungen – „Deutschland, Deutschland, über Alles!“ Dieses Lied hatte auch den Terror und den Krieg der Nazis begleitet. Die Aufständischen stürmten nicht nur öffentliche Gebäude und Gebäude SED oder der Gewerkschaft. Sie stürmten auch Buchläden und Verlage, und sie organisierten die Verbrennung von marxistischer Literatur – zwanzig Jahre, nachdem die Nazis dasselbe getan hatten. Viele Teilnehmer an den Demonstrationen waren damit nicht einverstanden. Trotzdem konnten die Faschisten, die es natürlich auch in der DDR noch gab, den Kurs des Aufstands maßgeblich mitbestimmen. </p>
<h2>3. Der Aufstand wurde aus dem Westen gefördert und gesteuert.</h2>
<p>Es waren nicht nur Kräfte aus der DDR, die den Aufstand anzettelten. Medien, Geheimdienste und Parteien aus dem Westen spielten dabei eine wichtige Rolle. Zum Beispiel kamen am 17. Juni eine große Zahl von Menschen aus Westberlin (damals waren die Grenzen noch relativ offen) auf die Bauarbeiter-Demonstration im Osten. Sie trugen dazu bei, dass Brände gelegt, Gebäude gestürmt und Polizisten angegriffen wurden. Teilweise handelte es sich dabei um Gruppen, die vom US-Geheimdienst organisiert wurden, teilweise handelte es sich um Arbeitslose, die dafür Vergünstigungen bekamen. Eine wichtige Rolle spielte auch der „Rundfunk im Amerikanischen Sektor“ (RIAS), ein Sender der USA. Damals war das Radio die wichtigste Form, um Informationen schnell zu verbreiten. Über den RIAS wurde zu den Demonstrationen und zum Sturz der DDR-Regierung aufgerufen, er wurde damit zu einer Art Zentrum des Aufstands. Außerdem waren westliche Geheimdienste, aber auch das geheime „SPD-Ostbüro“ in der ganzen DDR aktiv. </p>
<p>Die Darstellung, die Lehrer, vom Staat beauftragte Wissenschaftler und die Mainstream-Presse vom 17. Juni geben, ist deshalb fast immer unvollständig und meistens falsch. Die Streitigkeiten um die Arbeitsnormen wurden im Rahmen der sozialistischen Gesellschaft gelöst. Natürlich gab es im Aufbau des Sozialismus Schwierigkeiten und Fehler – aber diese Probleme konnten eben nur im Sozialismus gelöst werden. Der Dichter Bertolt Brecht schrieb deshalb zum 17. Juni: „Ich fühlte mich (der SED) verbunden, als sie &#8211; nicht ihrer Fehler, sondern ihrer Vorzüge wegen &#8211; von faschistischem und kriegstreiberischem Gesindel angegriffen wurde.“</p>
<p>Aber darum geht es bei der herrschenden Darstellung auch gar nicht. Es geht darum, dass wir glauben sollen, dass es keine Alternative zum Kapitalismus gibt. Wir sollen glauben, dass es keinen demokratischeren Staat als unseren geben kann – in dem der Verfassungsschutz Nazi-Terroristen deckt, Demonstranten verprügelt werden und unsere Mitsprache darin besteht, alle vier Jahre ein Kreuz zu machen. Wir sollen glauben, dass es keine sozialere Gesellschaft als die heutige geben kann – in der wir Angst vor Arbeitslosigkeit haben müssen, in der die Bildung vom Geldbeutel der Eltern abhängt und in der unsere Arbeit die Gewinne einiger Unternehmer vermehrt. </p>
<p>Die SDAJ erklärt deshalb zum Jahrestag des 17. Juni:</p>
<p>Wer die Ereignisse des 17. Juni 1953 und die komplizierte Geschichte der DDR sachlich betrachten will, darf sich nicht auf die herrschende antikommunistische Darstellung verlassen. Der Kapitalismus bietet uns keine Zukunft, nur eine sozialistische Gesellschaft kann Bildung und Ausbildung, Arbeit und ein solidarisches Zusammenleben für alle garantieren. </p>
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		<title>Yaşasın uluslararası dayanışma! Hoch die internationale Solidarität!</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Jun 2013 08:59:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SDAJ-Webadmin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Pressemitteilungen]]></category>
		<category><![CDATA[Aufstand]]></category>
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		<description><![CDATA[Solidaritätserklärung zu den Protesten in der Türkei
(Foto: Mstyslav Chernov, CC)
Die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) erklärt sich solidarisch mit den aktuellen Protesten in der Türkei. Wir unterstützen die gerechtfertigten Forderungen der Bevölkerung und verurteilen die Repression gegen die AktivistInnen. Was als Protest gegen die Errichtung eines Einkaufszentrums im Gezi-Park in der Innenstadt Istanbuls begann, hat sich [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Solidaritätserklärung zu den Protesten in der Türkei</em></p>
<div id="attachment_4333" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2013/06/Casualties_of_Taksim_protests._Events_of_June_3_2013-2.jpg"><img src="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2013/06/Casualties_of_Taksim_protests._Events_of_June_3_2013-2-300x199.jpg" alt="(Foto: Mstyslav Chernov, CC)" width="300" height="199" class="size-medium wp-image-4333" /></a><p class="wp-caption-text">(Foto: Mstyslav Chernov, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target="_blank">CC</a>)</p></div>
<p>Die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) erklärt sich solidarisch mit den aktuellen Protesten in der Türkei. Wir unterstützen die gerechtfertigten Forderungen der Bevölkerung und verurteilen die Repression gegen die AktivistInnen. Was als Protest gegen die Errichtung eines Einkaufszentrums im Gezi-Park in der Innenstadt Istanbuls begann, hat sich inzwischen zu einem landesweiten Aufstand ausgeweitet, der offen den Rücktritt von Ministerpräsident Erdoğan fordert. Trotz internationaler Kritik hält die Repression weitgehend unverändert an und hatte bisher mehrere Todesopfer zur Folge. Unsere Solidarität gilt insbesondere den Familien und Bekannten der Toten!</p>
<p>Gezielt geht die Regierung Erdoğans gegen AkteurInnen der Arbeiterbewegung vor, wie aus Solidarität streikende ArbeiterInnen. Die Kommunistische Partei der Türkei (TKP) ist sowohl Teil der Protestbewegung als auch Ziel der Repression der Staatsorgane. Auf ihre Büros haben  Polizeiüberfälle stattgefunden, zahlreiche Mitglieder wurden verletzt und verhaftet. Die Parteizentrale wurde von der Polizei mit Gasgranaten angegriffen.</p>
<p>Die 10-jährige Regierungszeit Erdoğans im Interesse der nationalen wie westlichen Bourgeoisie hatte die Errichtung eines rückständigen Moralkodex zur Folge, der viele Bereiche des alltäglichen Lebens rigoros einschränkt und zu einer massiven Verschlechterung der Lebensbedingungen, insbesondere der Wohn- und Arbeitssituation der Bevölkerung führte. Auch Großmachtphantasien  in der Region unter neoliberalen Vorzeichen spielen eine Rolle. Daher rührt die zunehmende Beteiligung der Türkei an NATO-Operationen und die aggressive Außenpolitik z.B. gegenüber Syrien. Zudem haben die Militarisierung der Gesellschaft und die Gewalt gegen Frauen zugenommen und es kam es zu einer drastischen Verschärfung der Unterdrückung des kurdischen Befreiungskampfes und der sozialen und politischen Bewegungen.</p>
<p>Aus all diesen Gründen ist der aktuelle Aufstand nicht nur gerechtfertigt – er ist notwendig!</p>
<p>Wir hoffen, dass sich die beteiligten politischen Kräfte weder durch weitere Repression, noch durch faule Kompromisse davon abbringen lassen, ihre Forderungen durchzusetzen! Wir begrüßen die Anstrengungen unserer Genossen der TKP, die in den Protesten einen entscheidenden Beitrag dazu leistet, Klassenbewusstsein zu verbreiten, die Bewegung weiterzuentwickeln und den Kämpfen eine Perspektive zu geben. Wir unterstützen den Kampf der Jugendlichen, Studierenden, ArbeiterInnen undErwerbslosen, Gewerkschaften und fortschrittlichen Organisationen um ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben für alle BewohnerInnen der Türkei!</p>
<p>Die Bundesregierung muss der Erdogan-Regierung jede Unterstützung entziehen! Insbesondere die zur Aggression gegen Syrien stationierten Patriot-Raketenabwehrsysteme der Bundeswehr müssen sofort abgezogen werden! Die türkische Polizei und das Militär sind vor allem mit deutschen Waffen ausgerüstet. Wir fordern daher einen sofortigen Stopp aller Waffenexporte in die Türkei.  Die Zusammenarbeit im Rahmen der NATO muss beendet werden!</p>
<p>Die SDAJ wird sich an der Solidaritätsbewegung in Deutschland beteiligen, um ihren Beitrag zur Durchsetzung dieser Forderungen zu leisten.</p>
<p>Yaşasın uluslararası dayanışma! Hoch die internationale Solidarität!</p>
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		<title>Fehler und Feinde: Worum ging es beim „Arbeiteraufstand“ vom 17. Juni 1953 in der DDR?</title>
		<link>http://www.sdaj-netz.de/blog/2013/06/fehler-und-feinde-worum-ging-es-beim-arbeiteraufstand-vom-17-juni-1953-in-der-ddr/</link>
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		<pubDate>Wed, 12 Jun 2013 08:40:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SDAJ-Webadmin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel aus der POSITIOИ]]></category>
		<category><![CDATA[17. Juni 1953]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeiteraufstand]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[RIAS]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialismus]]></category>

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		<description><![CDATA[(Foto: Bundesarchiv, Bild 175-14676 / CC-BY-SA)
Berlin, Hauptstadt der DDR, Strausberger Platz. 17. Juni 1953. Am frühen Morgen sammeln sich einige Tausend streikende Arbeiter. Sie fordern den Sturz der Regierung, die Rücknahme der Erhöhung der Arbeitsnormen, die deutsche Einheit. 
Bereits am Tag zuvor haben Bauarbeiter der Großbaustelle Stalinallee, die an den Strausberger Platz angrenzt, protestiert. An [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4285" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2013/06/Bundesarchiv_Bild_175-14676_Leipzig_Reichsgericht_russischer_Panzer.jpg"><img src="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2013/06/Bundesarchiv_Bild_175-14676_Leipzig_Reichsgericht_russischer_Panzer-300x212.jpg" alt="(Foto: Bundesarchiv, Bild 175-14676 / CC-BY-SA)" width="300" height="212" class="size-medium wp-image-4285" /></a><p class="wp-caption-text">(Foto: Bundesarchiv, Bild 175-14676 / CC-BY-SA)</p></div>
<p>Berlin, Hauptstadt der DDR, Strausberger Platz. 17. Juni 1953. Am frühen Morgen sammeln sich einige Tausend streikende Arbeiter. Sie fordern den Sturz der Regierung, die Rücknahme der Erhöhung der Arbeitsnormen, die deutsche Einheit. </p>
<p>Bereits am Tag zuvor haben Bauarbeiter der Großbaustelle Stalinallee, die an den Strausberger Platz angrenzt, protestiert. An diesem und den nächsten Tagen finden in der ganzen DDR Streiks und Demonstrationen statt, von Generalstreik ist die Rede. Die Demonstranten geraten in Auseinandersetzungen mit der Volkspolizei. Sie besetzen Büros der SED. Sie verprügeln Funktionäre der Partei und des Staates, töten einige, das Haus der Ministerien brennt. Sie stürmen Gefängnisse und befreien Gefangene. Auf dem Brandenburger Tor wehte damals die rote Fahne. Sie wird heruntergerissen. Die Demonstranten jubeln. Gegen Mittag greift die sowjetische Armee ein – nach dem Krieg hatten die Alliierten Truppen in Deutschland stationiert. Panzer und Soldaten patrouillieren in den Straßen. Die Proteste werden niedergeschlagen. </p>
<h2>Nicht noch einmal</h2>
<p>Berlin, Hauptstadt des wiedervereinigten Deutschlands, Strausberger Platz. 17. Juni 2012. Eine Kundgebung der NPD. Die antifaschistischen Gegendemonstranten werden von einer Polizeikette auf Abstand gehalten. Einer der Nazis ruft zu ihnen herüber: „Noch einmal retten euch die Sowjetpanzer nicht!“ Für diesen Faschisten ist klar, auf welcher Seite er vor 60 Jahren gestanden hätte. </p>
<h2>Zonen-Diktatur</h2>
<p>Ein Arbeiteraufstand, ein Volksaufstand gegen die SED-Diktatur, gegen das stalinistische Regime – das war der 17. Juni, so lernen wir es in Schule und Uni, so stellen Zeitungen und Fernsehsender es dar. Diese Darstellung entstand schon während der Ereignisse selbst: Deutschland war vom Kalten Krieg geteilt, der kapitalistische Westen begrüßte die Unruhen in der „Zone“. Im August erklärte der Bundestag den 17. Juni zum „Tag der deutschen Einheit“. </p>
<h2>Zehn Prozent</h2>
<p>Deutschland war damals noch immer von den Zerstörungen des Krieges gezeichnet. Die DDR arbeitete mit aller Kraft daran, das Land aufzubauen. Sie zahlte Reparationen für die Verwüstungen, die die Naziarmee in Osteuropa angerichtet hatte – anders als die Bundesrepublik, die Kredite aus dem Marshall-Plan der USA erhielt. Und sie baute die Kasernierte Volkspolizei auf, um sich gegen Angriffe aus dem Westen verteidigen zu können. Die DDR war darauf angewiesen, ihre Industrie zu entwickeln. Im Mai beschloss der Ministerrat, die Arbeitsnormen für die Industriebetriebe pauschal um zehn Prozent anzuheben. Viele Arbeiter hatten vorher die Normen sehr leicht übererfüllt und dafür Zuschläge bekommen – die Erhöhung der Normen bedeutete also weniger Lohnzuschläge. „Die Normerhöhung als solche war gerechtfertigt“, erklärt Klaus Steiniger, Chefredakteur der Zeitschrift Rotfuchs. „Aber der Weg entsprach nicht demokratischen Gepflogenheiten, das ist einfach administrativ verfügt worden.“ Die Erhöhung der Arbeitsnormen führte zu Unzufriedenheit unter den Arbeitern, sie wurden zum wichtigsten Anlass der Unruhen. </p>
<h2>Neue Anzüge</h2>
<p>Am 16. Juni, einen Tag vor dem eigentlichen Aufstand, zog eine Demonstration von Bauarbeitern der Stalinallee vom Strausberger Platz zum Haus der Ministerien, dem Sitz der Regierung. Fritz Selbmann, Minister für Schwerindustrie, kam heraus. Selbmann hatte zwölf Jahre in den Zuchthäusern und KZs der Nazis verbracht. Er stieg auf einen Tisch und erklärte, dass die Regierung die Normerhöhungen zurückgenommen hatte. Denn die SED hatte ihren Fehler erkannt und versuchte, ihn zu korrigieren. Aber dazu war es bereits zu spät. Ein Teil der Demonstranten bekam die Rücknahme der Normerhöhungen überhaupt nicht mit. Für andere stand diese Frage nicht im Vordergrund – die Zusammensetzung der Arbeiterklasse hatte sich verändert. Viele Nazifunktionäre hatten nach 1945 auf dem Bau eine neue Arbeit gefunden. Sie waren gegen die sozialistische Regierung, egal, wie hoch die Normen waren. Die Demonstration erhielt weitere Verstärkung. Massen von Menschen in Maureranzügen, in Arbeitskleidung strömten auf den Platz. Die Anzüge waren neu und ungebraucht. Die Menschen kamen aus Westberlin. Selbmann wurde von der Menge niedergeschrieen.</p>
<h2>Nicht ohne RIAS</h2>
<p>Nicht nur Menschen kamen aus dem Westteil der Stadt, um den Aufstand anzuheizen, auch Losungen. Der „Rundfunk im amerikanischen Sektor“, RIAS, ein Sender der USA, erreichte große Teile der DDR. Dieser Sender verbreitete den Aufruf für die Streiks, er forderte den Sturz der Regierung der DDR. Egon Bahr, Sozialdemokrat, damals Mitarbeiter des RIAS, erklärte: „Ohne den RIAS hätte es den Aufstand so nicht gegeben.“ So wurde der Aufstand angeheizt, und er wurde in die Richtung gelenkt, die dem Westen nutzte. Auch der Aufruf zur Demonstration vom Strausberger Platz wurde über den RIAS verbreitet. </p>
<h2>Keine Verletzten</h2>
<p>Klaus Steiniger war damals in Rostock, er leitete eine Praktikumsgruppe von Jura-Studierenden. Als SED-Mitglied wurde er am 17. Juni dazu eingeteilt, den amtierenden Oberbürgermeister Karleck vor Angriffen zu schützen. Aber das war nicht nötig. Mit anderen erhielt er die Anweisung, in der Nacht zum 18. in die Betriebe zu fahren, um zu sehen, ob es Unruhen gäbe. Aber in Rostock war es überwiegend ruhig. Nur in zwei Betrieben wurde gestreikt. Auf der Warnow-Werft rissen die Demonstranten die rote Fahne und die Fahne der DDR von den Gebäuden. Eine Einheit sowjetischer Marineinfanterie kam auf das Gelände. Es gab keine Verletzten. „Aber ohne die Sowjets hätte es zu Lynchmorden an Funktionären kommen können“, so Steiniger. So wie in Rathenow, wo der Betriebsschutzleiter der Handelsorganisation zusammengeschlagen, durch die Straßen getrieben und ermordet wurde. Oder wie in Magdeburg, wo die Aufständischen ein Gefängnis stürmen wollten und zwei Volkspolizisten und einen Mitarbeiter der Staatssicherheit erschossen. </p>
<h2>Noch warten</h2>
<p>Die Fehler der SED hatten Teile der Arbeiterklasse gegen sie aufgebracht. Sie gaben den Feinden des Sozialismus, die es in der DDR noch gab und die in der BRD noch die Macht hatten, die Möglichkeit, die Unzufriedenheit für ihre eigenen Pläne zu nutzen. Die Kräfte des Sozialismus waren schwach, sie mussten von sowjetischen Panzern gerettet werden. Die SED zog ihre Schlussfolgerungen daraus: Die bewussten Teile der Arbeiterklasse müssen den Sozialismus verteidigen und gestalten. Sie organisierte die Bildung der Kampfgruppen der Arbeiterklasse. Und sie organisierte eine neue Bewegung, um die Arbeitsproduktivität zu steigern. Die Weberin Frida Hockauf erklärte: „So, wie wir heute arbeiten, werden wir morgen leben.“ Durch ein verändertes Webverfahren konnte sie die Arbeitsnorm deutlich übertreffen. Das Kapital musste noch lange warten, bis es in Ostdeutschland wieder die Macht übernehmen konnte. </p>
<p><strong>Olaf, Frankfurt</strong></p>
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		<title>Marburg: Flashmob gegen Polizeigewalt entwickelt sich zur Spontan-Demo</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Jun 2013 09:06:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SDAJ-Webadmin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neues aus den Gruppen]]></category>
		<category><![CDATA[Blockupy]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Gezi-Park]]></category>
		<category><![CDATA[Hessen]]></category>
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		<category><![CDATA[Marburg]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein spontan organisierter Flashmob gegen die ausufernde Polizeigewalt sowohl während den Protesten in Istanbul gegen das autoritäre Erdogan-Regime als auch in Frankfurt bei der Blockupy-Großdemonstration am vergangenen Wochenende entwickelte sich am gestrigen Mittwoch zu einer spontanen Demonstration hunderter StudentInnen durch die Marburger Innenstadt weiter. Die Initiative zu der Solidaritätsaktion kam von Mitgliedern der DIDF-Jugend Marburg [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2013/06/marburg1.jpg"><img src="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2013/06/marburg1-300x225.jpg" alt="marburg1" width="300" height="225" class="alignright size-medium wp-image-4337" /></a>Ein spontan organisierter Flashmob gegen die ausufernde Polizeigewalt sowohl während den Protesten in Istanbul gegen das autoritäre Erdogan-Regime als auch in Frankfurt bei der Blockupy-Großdemonstration am vergangenen Wochenende entwickelte sich am gestrigen Mittwoch zu einer spontanen Demonstration hunderter StudentInnen durch die Marburger Innenstadt weiter. Die Initiative zu der Solidaritätsaktion kam von Mitgliedern der DIDF-Jugend Marburg und der SDAJ, unterstützt wurde sie von der Hochschulgruppe dissident. Aber auch Mitglieder des Marburger SDS und der örtlichen Greenpeace-Gruppe sowie zahlreiche Einzelpersonen zeigten durch ihre Teilnahme ihren Widerspruch zur polizeilichen Praxis in Frankfurt und Istanbul.</p>
<p>Um 14 Uhr sammelte sich eine unerwartet große Gruppe von Flashmob-TeilnehmerInnen vor der Unimensa, trotz einer sehr geringen Mobilisierungsdauer von nur einem Tag. Ein größerer Teil von ihnen spielte DemonstantInnen, die selbst gebastelte Plakate hochhielten und Parolen riefen wie: „Istanbul: Das war Mord. Widerstand an jedem Ort“. Ein kleinerer Teil der TeilnehmerInnen spielten PolizistInnen, welche nach einer Weile begannen, die DemonstrantInnen einzukesseln und mit symbolischen Reizgas – in diesem Fall mit leeren Deospray-Flaschen – attackierten, ihren Protest somit vor der Augen der zahlreich überraschten PassantInnen erstickten. Die DemonstrantInnen legten sich bewegungsunfähig auf den Boden, die PolizistInnen blieben rings um den Protesthaufen stehen. Währenddessen verlasen VertreterInnen der DIDF-Jugend und der SDAJ vorbereitete Reden, welche den Rücktritt des Erdogan-Regimes forderten und einen Rückblick auf das Verhalten der Polizei und des bürgerlichen Staates bei den Blockupy-Protesten gaben.</p>
<p>Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl und der empörten, aber friedlichen Atmosphäre war es möglich, im direkten Anschluss an den Flashmob eine Spontan-Demo durch die Marburger Innenstadt. Da sich fast alle Anwesenden diesem Vorhaben anschließten, trugen 200-300 DemonstrantInnen ihren Protest bei sommerlichen Wetter durch die Marburger Innenstadt. Die Demonstration führte durch den Rudolfsplatz Richtung Wilhelmsplatz, bog zuvor aber in Richtung Oberstadt ab und hielt am Marktplatz eine Zwischenkundgebung, an der die InitiatorInnen der Aktionen nochmal Reden hielten. Zuletzt ging es durch den Steinweg zur Elisabeth-Kirche, wo sich die Demo dann friedlich und mit guter Laune auflöste. Die Demo zeichnete sich besonders durch ihren internationalistischen Charakter aus, da KurdInnen, TürkInnen und Deutsche gemeinsam gegen das gleiche Phänomen – massive Polizeigewalt gegen soziale und demokratische Bewegungen in Istanbul sowie in Frankfurt – ankämpften. Aufsehen erregte die Aktion eines Demonstranten am Lahntor, als dieser einen Laternenmast erkletterte und ein Transparent aufhängte. Bereits um 11 Uhr vormittags hatte es den gleichen Flashmob mit ca. 25 Teilnehmer gegeben.</p>
<p>Die SDAJ Gießen/Marburg bedankt sich bei allen Beteiligten für ihr Engagement und ruft auch weiterhin zum Kampf gegen die neoliberale und antidemokratische Krisenpolitik, Unterdrückung und Polizeigewalt auf. Solidarität mit den sozialen und demokratischen Bewegungen in allen kapitalistischen Ländern der Welt!</p>
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		<item>
		<title>Rosenheim: Let&#8217;s Fight Them Back!</title>
		<link>http://www.sdaj-netz.de/blog/2013/05/rosenheim-lets-fight-them-back/</link>
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		<pubDate>Fri, 31 May 2013 16:17:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SDAJ-Webadmin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neues aus den Gruppen]]></category>
		<category><![CDATA[Antifaschismus]]></category>
		<category><![CDATA[NSU]]></category>
		<category><![CDATA[Rosenheim]]></category>

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		<description><![CDATA[Die SDAJ Rosenheim berichtet auf ihrer Website:
Seit mehr als einem Monat häufen sich die Anschläge auf die Linke Szene Münchens. Neonazis terrorisieren Anwohner und Aktivisten. Scheiben werden eingeschlagen, Farbbeutel zerplatzen an Wänden und „Keine Chance dem Kommunismus“-Schmiererein sollen die progressiven Kräfte der Landeshauptstadt einschüchtern. Die Staatsmacht unternimmt wenig bis nichts. Genug ist Genug! Lets Fight [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2013/05/lets-fight-them-back-besser.jpg"><img src="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2013/05/lets-fight-them-back-besser-212x300.jpg" alt="lets-fight-them-back-besser" width="212" height="300" class="alignright size-medium wp-image-4324" /></a><em>Die SDAJ Rosenheim <a href="http://sdajrosenheim.wordpress.com/2013/05/31/lets-fight-them-back/" target="_blank">berichtet</a> auf ihrer Website:</em></p>
<p>Seit mehr als einem Monat häufen sich die Anschläge auf die Linke Szene Münchens. Neonazis terrorisieren Anwohner und Aktivisten. Scheiben werden eingeschlagen, Farbbeutel zerplatzen an Wänden und „Keine Chance dem Kommunismus“-Schmiererein sollen die progressiven Kräfte der Landeshauptstadt einschüchtern. Die Staatsmacht unternimmt wenig bis nichts. Genug ist Genug! Lets Fight Them Back!</p>
<p>Unter diesem kämpferischen Motto zogen gestern, am 29.05., annähernd 1000 Antifaschisten und Antifaschistinnen durch die Münchner Innenstadt, um lautstark auf den, von den Medien diskret runtergespielten, faschistischen Terror aufmerksam zu machen. Kurz gefasste Berichte gab es, über die Angriffe auf den Kurt-Eisner-Verein. Mehr aber auch nicht. Wer sich eine saubere Berichterstattung erhoffte wurde maßlos enttäuscht.</p>
<p>Die Berichte in Rundfunk, deutschem Fernsehen und in der Presse dienten lediglich der Polizei als Bühne für eine weitere absolut widerliche Selbstinzenierung. Man werde mit aller Härte ermitteln und die Täter fassen. Was mit aller „Härte ermitteln“ im Sinne der deutschen Behörden wirklich heisst, wurde eindrucksvoll in den Ermittlungen rund um die rassistische Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) unter Beweis gestellt. Tag für Tag werden neue Verstrickungen zwischen Staat und Nazis aufgedeckt und Tag für Tag wird das Bild, das uns eine Zusammenarbeit zwischen Terror und Verfassungschutz zeigt, sichtbarer.</p>
<p>Die Demonstration startete gegen 19 Uhr friedlich und doch lautstark und machte sich auf den Weg durch das Westend von München. Mit Fahnen, Plakaten,Transparenten, Flyern und sonstigen Kundgebungsmaterialien wurden die zuschauenden Anwohner über den Ernst der Lage informiert.</p>
<p>Drei stadtbekannte Neonazis ließen es sich nicht nehmen, am Straßenrand aufzutauchen und Demonstrationsteilnehmer zu provozieren. Als daraufhin der vordere Teil der Demonstration ausbrach um den Nazis von Angesicht zu Angesicht konsequent und entschlossen entgegenzutreten, kesselten Polizeieinsatzkräfte diese sofort ein und Zivilpolizisten begannen ihre Arbeit zu verrichten. Unter Einsatz ihrer Schlagstöcke hielten sie Demonstranten von den Neonazis fern und chauffierten diese daraufhin in aller Ruhe in Sicherheit. Praktisch demonstrierte die Staatsmacht so, dass unsere Vorwürfe gegen sie, nämlich der Schutz der Faschisten, die bittere Realität darstellen.</p>
<p>Um trotz Verharmlosung durch die Medien und Untätigkeit der Staatsorgane auf das Problem aufmerksam zu machen, zog es gestern viele Menschen auf die Straße. Solidarisch wurde unter Beweis gestellt, der Spruch: „Getroffen hat es einige – Gemeint sind wir alle!“ wird bei uns praktisch verstanden. Gemeinsam haben wir entschlossen ein konsequentes Zeichen gegen Ausländerhass und Faschismus gesetzt. Ein Signal sollte wirklich bei jedem angekommen sein: Wir lassen uns nicht einschüchtern! Weder von den Nazis noch von der Polizei!</p>
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		<title>Wenn Schule krank macht&#8230;</title>
		<link>http://www.sdaj-netz.de/blog/2013/05/wenn-schule-krank-macht/</link>
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		<pubDate>Wed, 29 May 2013 08:37:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SDAJ-Webadmin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel aus der POSITIOИ]]></category>
		<category><![CDATA[Burnout]]></category>
		<category><![CDATA[Druck]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[SchülerInnenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Stress]]></category>

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		<description><![CDATA[(Foto: Bernd Schmitz, CC)
Burnout ist längst auch in den Klassenzimmern angekommen.
Mit dem Umstieg auf das G8 wurde in den Gymnasien ein Jahr Unterrichtszeit gestrichen. Der Stoffumfang hat sich aber in der Regel nicht verringert. Für viele SchülerInnen sind die Anforderungen daher kaum noch zu bewältigen. Sie sind überfordert. Und ist es schwer, Hilfe zu finden: [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4288" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2013/05/4287607080_1fe80b9397_b.jpg"><img src="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2013/05/4287607080_1fe80b9397_b-300x225.jpg" alt="(Foto: Bernd Schmitz, CC)" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-4288" /></a><p class="wp-caption-text">(Foto: Bernd Schmitz, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.de" target="_blank">CC</a>)</p></div>
<p><em>Burnout ist längst auch in den Klassenzimmern angekommen.</em></p>
<p>Mit dem Umstieg auf das G8 wurde in den Gymnasien ein Jahr Unterrichtszeit gestrichen. Der Stoffumfang hat sich aber in der Regel nicht verringert. Für viele SchülerInnen sind die Anforderungen daher kaum noch zu bewältigen. Sie sind überfordert. Und ist es schwer, Hilfe zu finden: „Wenn wir mit LehrerInnen über das Problem reden, sind die auch oft ratlos. Sie verstehen uns, aber wissen nicht, wie die den vorgegebenen Stoff in den wenigen Unterrichtsstunden durchdrücken sollen. Allen ist bewusst, dass uns dieser Leistungsdruck kaputt macht“, berichtet Leo, der in München aufs Gymnasium geht. Leo ist 17 Jahre alt. Nächstes Jahr soll er sein Abi machen. Den Druck spürt er schon jetzt: „Ich habe vier Tage die Woche Nachmittagsunterricht bis 16 oder 17 Uhr und bin danach meistens ausgelaugt und nicht mehr in der Lage noch Hausaufgaben zu machen oder zu lernen.“ Und andererseits: „Aus Angst vor unangekündigten Tests, schwänze ich dann manchmal auch die Schule, um den Stoff aus dem Unterricht nachzuholen.“</p>
<h2>Burnout-Faktor Schule</h2>
<p>In der Berufswelt ist Überlastung lange schon zur Normalität geworden. Der Begriff „Burnout“ ist in diesem Zusammenhang in aller Munde. Gemeint ist damit ein Zustand der totalen Erschöpfung. Müdigkeit, sinkende Leistungsfähigkeit und Unlust sind Zeichen ständiger psychischer Belastung. Man zieht sich zurück, vernachlässigt Kontakte zu Freunden und Familie, ist depressiv gestimmt und stark suchtgefährdet. Dauerstress und Erschöpfung häufen sich mit dem zunehmenden Leistungsdruck in der Arbeitswelt. So sind die durch Burnout bedingten Arbeitsausfälle von 2004 bis 2012 um 700% angewachsen – Tendenz weiter steigend. Doch Leistungsdruck gibt es eben nicht nur in der Berufswelt, sondern folgerichtig auch in der Schule. Unter diesem Druck leidet das Sozialleben – für Hobbies, Freizeit und Freunde bleibt dann keine Zeit mehr. Leo schiebt Krankheitstage vor, um zu lernen und verpasst damit Unterricht, den er wieder nachholen muss. Er gerät damit in eine Abwärtsspirale, die krank macht und die Burnout-Gefahr enorm erhöht.</p>
<h2>Ein „unsichtbares“ Phänomen</h2>
<p>Anders als in der Arbeitswelt gibt es bisher keine wissenschaftlichen Befunde über das Ausmaß von Burnout-Fällen bei SchülerInnen, denn das Phänomen ist gesellschaftlich kaum sichtbar. Aufgrund des sich zuspitzenden Leistungsdrucks steigt die Burnout-Gefahr vor allem während der Abschlussphase. Weil danach aber meist erstmal Leerlauf angesagt ist, fallen Burnouts gar nicht auf. Es kommt z.B. nicht zu krankheitsbedingten Fehltagen an einem Arbeitsplatz, die von den Krankenkassen statistisch erfasst werden könnten. Aber wer nach seinem Schulabschluss in ein tiefes Loch fällt, sich von der Außenwelt abkapselt und sich nicht mehr motivieren kann für seine bisherigen Zukunftspläne (z.B. die Bemühung um einen Ausbildungs- oder Studiumsplatz); wer einfach nur fertig ist und daher für einen längeren Zeitraum seinen Arsch nicht mehr hochkriegt, der zeigt deutliche Symptome von Burnout. Wenn dann noch die Eltern schweigen, weil sie sich sorgen, was denn die Nachbarn denken könnten, bleibt das Problem gänzlich unsichtbar.</p>
<p>Sichtbar werden Burnout-Fälle unter SchülerInnen hingegen leider oft erst, wenn es zu spät ist: Lucas, der in München zu den ersten G8-Absolventen gehörte, berichtet aus seiner Schule, dass sich in drei Jahren zweimal SchülerInnen wenige Wochen vor den schriftlichen Prüfungen das Leben genommen haben, weil sie dem Leistungsdruck nicht mehr Standhalten konnten. Beide waren normale SchülerInnen, hatten FreundInnen in der Schule und waren beliebt. Doch beide haben sich in den Monaten vor den Prüfungen immer mehr zurückgezogen und sich von ihrem sozialen Umfeld isoliert. In der Fachliteratur gilt Selbstmord übrigens als eine „extreme Verarbeitungsform“ und Folge des massiven Sinn- und Motivationsverlusts, der mit Burnout einhergeht.</p>
<h2>Gegen-Druck</h2>
<p>Bereits vor Jahren hatte der Bayrische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) vor einer Zunahme von Burnout-Symptomen bayrischer OberstufenschülerInnen gewarnt: „Viele Schülerinnen und Schüler sind bereits wenige Wochen nach Schulbeginn erschöpft, müde und ausgebrannt“, hieß es in einer Pressemitteilung. Als Ursache wurde der zunehmende Leistungsdruck durch die Einführung von G8 genannt. Heute haben auch immer mehr LandesschülerInnenvertretungen erkannt, dass Schule krank macht und kämpfen gegen das G8. Die LSV Nordrhein-Westfalen führt z.B. zur Zeit dagegen eine Kampagne durch. In ihrer Resolution schreibt sie: „Wir wollen so viel Zeit zum Lernen haben, wie wir brauchen. Wir wollen kein G8!“ Mit Podiumsdiskussionen, Straßentheatern und einer Aktionswoche soll die Forderung nach der Abschaffung des G8 verbreitet und diskutiert werden. Aber die Schulzeitverkürzung und der Druck, der daraus für uns SchülerInnen resultiert, sind keine zufällige Phänomene, die lediglich auf die Unfähigkeit einzelner BildungspolitikerInnen zurückgehen. Dahinter steckt System, und zwar das Profitsystem. Denn Schule ist im Kapitalismus kein Selbstzweck, sondern zielt in erster Linie auf die Nutzbarmachung potenzieller Arbeitskräfte für das kapitalistische Wirtschaftssystem. Deshalb wird eingespart, wo es möglich ist und Bildung nur so lange und so viel gewährt, wie es nötig ist, um Arbeitskräfte in ausreichender Zahl und Qualität zu „produzieren“.</p>
<p>Die Folgen für uns SchülerInnen: Druck. Leistungs- und Konkurrenzdruck. Diesen Druck müssen wir gemeinsam ablassen, indem wir unsererseits Gegen-Druck auf den Staat ausüben und uns zusammen mit unseren SchülerInnenvertretungen gegen Lernzeitverkürzung und Selektion einsetzen.</p>
<p><strong>Mark, München</strong></p>
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		<title>Kubas eigener Weg &#8211; Und jeden Tag fragt die Geschichte: Souveränität oder Imperialismus?</title>
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		<pubDate>Wed, 22 May 2013 08:33:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SDAJ-Webadmin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel aus der POSITIOИ]]></category>
		<category><![CDATA[Blockade]]></category>
		<category><![CDATA[Cuba]]></category>
		<category><![CDATA[Guantanamo]]></category>
		<category><![CDATA[Internationalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Zucker & Salz]]></category>

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		<description><![CDATA[Bunker in der Schweinebucht, 1983 (Foto: Giv von Koerber, CC)
Die ungebrochene Existenz des sozialistischen Kubas löst heute immer noch rund um die Welt Tobsuchtsanfälle aus. Das Epizentrum dieser cholerischen Hysterie liegt sicherlich in Miami, wo die von der Insel geflüchteten Großgrundbesitzer und Casinokönige, die Geheimdienstler und ihre Folterknechte, die Zuckerrohrbarone und die Angehörigen des Hofstaates [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4284" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2013/05/800px-Cuba_Playa_Larga_Bunker.jpg"><img src="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2013/05/800px-Cuba_Playa_Larga_Bunker-300x196.jpg" alt="Bunker in der Schweinebucht, 1983 (Foto: Giv von Koerber, CC)" width="300" height="196" class="size-medium wp-image-4284" /></a><p class="wp-caption-text">Bunker in der Schweinebucht, 1983 (Foto: Giv von Koerber, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target="_blank">CC</a>)</p></div>
<p>Die ungebrochene Existenz des sozialistischen Kubas löst heute immer noch rund um die Welt Tobsuchtsanfälle aus. Das Epizentrum dieser cholerischen Hysterie liegt sicherlich in Miami, wo die von der Insel geflüchteten Großgrundbesitzer und Casinokönige, die Geheimdienstler und ihre Folterknechte, die Zuckerrohrbarone und die Angehörigen des Hofstaates des Diktators Batista immer noch den guten alten Zeiten hinterhertrauern. Aber die Aggression gegen Kuba ist auch durchaus in Europa, der Heimat der ehemaligen Kolonialmacht ausgeprägt. Die kubanische Revolution stellt durch ihre reine Präsenz seit 54 Jahren die Unantastbarkeit der kapitalistischen Herrschaft im internationalen Maßstab in Frage. Kuba ist ein Stein des Anstoßes, eben weil es nicht mehr vor den imperialistischen Ländern auf die Knie fällt. Und indem es aufrecht bleibt und dabei große Erfolge vorzuweisen hat, wirkt dieses kleine, tapfere Land wie ein Kontrastmittel, vor dem die mit großem propagandistischen Aufwand heraus geputzte Legende, die kapitalistische Marktwirtschaft würde der Welt Freiheit und Wohlstand bringen, als ein scheinheiliger Zynismus zum Vorschein tritt.</p>
<h2>Kolonialismus verschiedener Art</h2>
<p>Auch wenn der Sieg der kubanischen Revolution auf den 1. Januar 1959 datiert werden kann, so handelt es sich doch um einen geschichtlichen Prozess, dessen Wurzeln bis in die Zeit der spanischen Eroberung Amerikas zurückgehen. Über Jahrhunderte war Kuba eine strategische Durchgangsstation für die aus der „neuen Welt“ nach Spanien geschifften Reichtümer gewesen. Dazu kam die Ausbeutung der landwirtschaftlichen Reichtümer des Landes. Die „Entdeckung“ durch die Spanier hatte innerhalb von nur sechs Jahrzehnten die 500.000 auf Kuba lebenden Ureinwohner ausgelöscht. Sklaven wurden aus Afrika herbeigeschafft, um für die weißen Großgrundbesitzer Zucker und andere Produkte in Gold zu verwandeln.<br />
Die USA beobachteten den kubanischen Kampf um die Unabhängigkeit von Spanien mit Interesse und trat kurz dessen Ende unter einem Vorwand in den Befreiungskrieg ein und erklärte sich zur „Schutz-“ (lies: Ausbeutungs-) Macht der Insel. Der Vertrag von 1902, durch den die USA die Bucht von Guantanamo für hundert Jahre zu einem symbolischen Pachtpreis von 5000 Dollar zugesprochen bekamen, ist nur ein Beispiel dafür, dass zur Zeit des Kapitalismus in Kuba die jeweiligen Regierungen nur Marionetten am Bändchen der US-Regierung waren. Die nationale Wirtschaftsaktivität bestand im Versand von Rohstoffen zu Spottpreisen in die USA. An den Erträgen machte sich eine kleine superreiche Bourgeoisie fett, während die Bevölkerungsmassen in bitterer Armut lebten und zugleich der Polizeirepression ausgesetzt waren. In den fünfziger Jahren ermordete die Regierung 20.000 politische Gegner, während sich im gleichen Zeitraum der USA-hörige Diktator Batista zu einem der reichsten Männer der Welt machte. Die kubanische Bevölkerung lebte vor allem in ländlichen Gebieten oft am Existenzminimum. Die Ländereien waren in der Hand von US-Konzernen, Arbeit gab es oftmals nur zu Erntezeiten, Bildung und Gesundheit waren kostenpflichtig und damit unerreichbar. Der Großteil der Werktätigen und der Arbeitslosen waren vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. Schwarze durften nicht an der Messe der Weißen teilnehmen, und die überwiegende Mehrheit der Frauen hat nie einen Beruf gelernt.</p>
<h2>Souveränität durch Sozialismus</h2>
<p>Diese Situation hat man sich vor Augen zu führen, um die Beweggründe der Revolution von 1959 zu verstehen. Es ging nicht um eine Korrektur an der politischen Oberfläche, sondern um einen radikalen Bruch mit der Geschichte des Kolonialismus, der Fremdherrschaft, des Rassismus und der Korruption. Nationale Souveränität konnte nur durch die Enteignung der Betriebe in Hand der US-Multis und durch die Entmachtung der korrupten besitzenden Klasse erreicht werden. Das war die feste Auffassung der revolutionären Massen, und im Kern ist dies der Kurs, den die Insel bis heute verfolgt. Die Wirtschaft konnte nur sozialistisch sein, um zu garantieren, dass die Geschicke Kubas in der Hand der einfachen Kubaner blieben.</p>
<p>Geschichtliche Voraussetzung für die kubanische Souveränität war mit der Existenz der Sowjetunion, deren Bedeutung für die Befreiungsbewegungen der sogenannten 3. Welt gar nicht genug herausgestellt werden kann. Die RGW-Staaten ermöglichten Kuba einen wirtschaftlichen Neuaufbau nach 1959. Das war notwendig, weil die USA versuchten, Kuba durch eine wirtschaftliche und politische Blockade zum Aufgeben zu zwingen. Diese Blockade war von Beginn an von mörderischer Absicht, denn sie umfasste u.a. auch medizinische Geräte und Medikamente, ihre Wirkung schlägt aber erst seit dem Ende der UdSSR in aller Härte auf Kuba durch. Parallel wurde Kuba das Ziel ununterbrochener terroristischer Angriffe, sei es durch direkte US-Interventionen wie die in der Schweinebucht im Jahr 1961, sei es durch rechtsextreme Gruppen von Exilkubanern. Insgesamt wurden über 3500 Menschen Opfer dieser Anschläge. Zudem läuft eine gigantische Medienkampagne gegen Kuba, deren bevorzugtes Thema angebliche Menschenrechtsverletzungen der sozialistischen Regierung sind. Betroffen sind zumeist selbsterklärte Menschenrechtsverteidiger, sogenannte Dissidenten. Der US-Kongress stellt Jahr für Jahr 45 Millionen US-Dollar zur Verfügung, um die Arbeit der Splittergruppen in Kuba zu unterstützen. Die Aufgabe der Dissidenten besteht darin, Rechtfertigungen für einen Einmarsch der USA in Kuba zu liefern, und ihr Einsatz wird gut bezahlt: für die Teilnahme an einer regierungsfeindlichen Demonstration erhalten sie von der US-Botschaft umgerechnet einen Monatslohn. Noch nie haben diese Menschenrechtsaktivisten übrigens gegen das illegale US-Foltergefängnis in Guantanamo demonstriert. Ebensowenig kritisieren die „Regimekritiker“ die Batista-Herrschaft, im Gegenteil, in Miami finden regelmäßig Feierlichkeiten zu Ehren des 1973 verstorbenen Diktators statt.</p>
<h2>Auch heute</h2>
<p>Die kubanische Bevölkerung kümmert übrigens herzlich wenig, was die Konterrevolutionäre von sich geben. Kuba hat augenblicklich ganz andere Probleme, und diese bestehen in erster Linie in einer notwendigen Erhöhung der wirtschaftlichen Produktivität. Wie jedes andere Land der Dritten Welt hat die Weltwirtschaftskrise Kuba in Form einer Nahrungsmittelkrise getroffen. Die Preise für Lebensmittelimporte haben sich in den letzten 5 Jahren vervielfacht, und Kuba ist gezwungen, mehr Lebensmittel selber herzustellen. Aber auch in anderen Bereichen muss das Land eine höhere Effizienz erreichen, um auf dem Weltmarkt bestehen zu können. Zu diesem Zweck hat die Kommunistische Partei Kubas ein Maßnahmenprogramm vorgeschlagen, mit dem in fünf Jahren die gesamte Wirtschaft des Landes auf einen höheren Produktivitätsstand gebracht werden soll – und trotz aller existierenden Schwierigkeiten sind erste positive Erfolge zu verzeichnen. Die wirtschaftlichen Maßnahmen sind von politischen Entscheidungen begleitet, wie zum Beispiel die Erleichterung von Auslandsreisen. Übrigens: Anders als viele glauben, sind es die USA, die ihre Reisefreiheit eingeschränkt haben. Reisen nach Kuba sind für US-Bürger immer noch verboten und können mit Gefängnis bestraft werden. Viele US-Amerikaner wären wohl überrascht festzustellen, dass das erste Anliegen der kubanischen Revolution darin besteht, allen Kubanern ein Leben in Würde und Selbstbestimmung zu garantieren, ohne Einmischung von außen und ohne korrupte Diktatoren im Innern. Dieses Anliegen zu realisieren, bedeutete den Kolonisatoren, dem Imperialismus und ihrem Mann in Havanna die Grundlage für Herrschaft zu nehmen: Ihr Privateigentum an den Produktionsmitteln und die Macht im Staat. Der Sozialismus ist in Kuba Voraussetzung für die nationale Unabhängigkeit – so lautet das Motto der bei den Imperialisten so verhassten kubanischen Revolution.</p>
<p><strong>Tobias Kriele</strong></p>
<p><em>Tobias ist gelernter Tischler und lebt und studiert seit 2003 in Havanna. Dort promovierte er über die Rolle der Metaphorik für den Marxschen Technikbegriff und produzierte den Film „<a href="http://zucker-und-salz.eu/derfilm.html" target="_blank">Zucker und Salz</a>“. Derzeit arbeitet er an einem weiteren Film.</em></p>
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		</item>
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		<title>Broschüre der Sdaj Gießen-Marburg zur Union veröffentlicht!</title>
		<link>http://www.sdaj-netz.de/blog/2013/05/broschuere-der-sdaj-giessen-marburg-zur-union-veroeffentlicht/</link>
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		<pubDate>Fri, 17 May 2013 08:18:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SDAJ-Webadmin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neues aus den Gruppen]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Extremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gießen]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Union]]></category>
		<category><![CDATA[Marburg]]></category>
		<category><![CDATA[Schüler Union]]></category>

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		<description><![CDATA[“Saufen statt Bildung”1 – getreu diesem Motto unternahm die Junge Union (JU) Duisburg im Jahre 2010 eine, wie sie es nannte, “Bildungsfahrt” nach Berlin. Der eigentlich geplante Besuch des Holocaust-Mahnmals für die ermordeten Jüdinnen und Juden fiel dabei zwar aus, da dem nichts abzugewinnen und es eher „langweilig“ sei, aber es wurde eine Sauftour durchgeführt.2 [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2013/05/broschuere.png"><img src="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2013/05/broschuere-217x300.png" alt="broschuere" width="217" height="300" class="alignright size-medium wp-image-4317" /></a>“Saufen statt Bildung”<sup>1</sup> – getreu diesem Motto unternahm die Junge Union (JU) Duisburg im Jahre 2010 eine, wie sie es nannte, “Bildungsfahrt” nach Berlin. Der eigentlich geplante Besuch des Holocaust-Mahnmals für die ermordeten Jüdinnen und Juden fiel dabei zwar aus, da dem nichts abzugewinnen und es eher „langweilig“ sei, aber es wurde eine Sauftour durchgeführt.<sup>2</sup> Fahrten der JU mit ähnlichem Schwerpunkt ins „linksextreme Berlin“ (kostete 13.000 Euro) wurden vom Familienministerium des Bundes gesponsert.<sup>3</sup> An dessen Spitze steht die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, die in der hessischen CDU schon eine steile Karriere gemacht hatte, auch indem sie sich vor allem beim Kampf gegen die angeblich steigende Gewalt von Ausländer_innen hervortat, und die sich nun dem Kampf gegen den „Linksextremismus“ verschrieben hat. Ministerien, an deren Spitze oft Funktionäre aus den Unionsparteien stehen, unterstützen die Jugendverbände der CDU/CSU also direkt bei fragwürdigen Aktionen. In diesem Zusammenhang passen die Aussagen des heutigen CSU-Abgeordneten und einstigen JU-Landesvorsitzenden Bayerns, Stefan Müller: Dass schon diejenigen, die sich gegen rechtsradikale Positionen und Organisationen engagieren, potentiell verdächtig seien und dass sich hinter ihrem antifaschistischen Handeln letztendlich linksextremistische Gewalt verberge.<sup>4</sup></p>
<p>Wir, als sozialistischer Jugendverband, stoßen bei unserer politischen Arbeit immer wieder auf solche Vorfälle, was letztendlich zur Erstellung unserer Broschüre „Die Union: Für alle Richtungen offen – Ein Wegweiser” geführt hat. Einen bedeutenden Ausgangspunkt stellt dabei das Wirken der Schüler Union (SU) dar. Ihre Lehren aus der Mordserie des sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) bestanden und bestehen aus einem verstärkten Engagement gegen “Extremismus”. Für die SU und ihren Vorsitzenden Lutz Kiesewetter steht dabei fest, „dass Rechts- wie Linksextremismus gleichermaßen gefährlich sind“ und „in der aktuellen Extremismusdebatte auch islamische Tendenzen berücksichtigt werden“<sup>5</sup> müssten. Was das heißt, wurde in Hessen deutlich: die SU, u.a. in Gießen, reagierte damit, dass sie in ihrer politischen Propaganda den vermeintlichen „Linksextremismus“ ins Visier nahm, aber keinerlei Abgrenzung zum Rechtsextremismus vollzog. Entsprechend dieser Weltanschauung erstellte die SU ein „10-Punkte-Programm gegen Linksextremismus“. Darin sind Forderungen enthalten wie das Verbot von T-Shirts mit Che Guevara-Motiv und das Verbot von Kopftüchern auf dem Schulhof. Desweiteren soll – zur besseren Integration ausländischer Mitbürger_innen – die deutsche Nationalhymne auswendig gelernt und bei ‘besonderen Anlässen’, wie Zeugnisausgaben, gemeinsam gesungen werden und vor den Schulen Deutschlandflaggen aufgehängt werden, wie im Grundsatzprogramm der SU zu lesen ist. Außerdem soll eine Zusammenarbeit mit Antifaschist_innen aufgrund des Verdachts des „Linksextremismus“ verboten werden – getreu den Vorgaben des Familienministeriums.</p>
<p>Konfrontiert mit diesem Programm, begannen wir als SDAJ-Gruppe Gießen/Marburg uns näher mit den Unionsparteien und deren Jugendorganisationen in Hessen zu beschäftigen, was letztendlich zu einer Broschüre mit sechs Seiten umfassenden Literaturverzeichnis und über hundert Quellen führte. Wir beschäftigten uns insbesondere mit den personellen und inhaltlichen Überschneidungen der Unions-Organisationen mit rechtsradikalem und menschenverachtendem Gedankengut und rechtsradikalen Personen, antidemokratischen Vorstellungen und geschichtsrevisionistischen Tendenzen. Schnell wird dabei deutlich, dass es beim Wirken der Unions-Organisationen (CDU/CSU/JU/SU) gegen Linke zu sehr beunruhigenden Entwicklungen gekommen ist.</p>
<p>Mit der nun vorliegenden Broschüre wollen wir unsere Ergebnisse veröffentlichen und allen Interessierten zugänglich machen, um auch auf diesem Wege unsere politische Kritik am Zustand der hessischen CDU und ihren Nachwuchskräften verständlich zu machen. Die Broschüre richtet sich dabei hauptsächlich an Schüler_innen, aber auch an alle anderen Personen, die Interesse an einer Auseinandersetzung mit den Unionsparteien und ihren Jugendorganisationen haben. Es werden in der Broschüre u.a. die Themen (wie bereits auf der Titelseite zu lesen) Nationalismus, Antisemitismus, Geschichtsrevisionismus, Islamophobie, Sexismus, Homophobie, Antikommunismus und die Nazivergangenheit der CDU/CSU angesprochen. Besonders im Rahmen der aktuellen Sexismus-Debatte (rund um den FDP-Fraktionsvorsitzenden Rainer Brüderle), des Streits um die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und dem NSU-Skandal erlangt der Nachweis, dass diese o.g. Aspekte in der Union anscheinend toleriert werden, zusätzlich eine tagespolitische Relevanz.<br />
Die Broschüre dient der Information und Aufklärung. Da wir sie so vielen Menschen wie möglich zugänglich machen wollen, wird diese kostenlos verteilt. So steht die Broschüre (ohne Layout-Elemente) auf unserer <a href="http://www.sdaj-hessen.de/" target="_blank">Internetseite</a> kostenlos zum Download zur Verfügung. Bestellt werden kann die Broschüre bei uns per E-Mail unter: sdaj-giessenmarburg@gmx.de.</p>
<p>Die gesamte Broschüre steht hier zum Download bereit:</p>
Note: There is a file embedded within this post, please visit this post to download the file.
<p>Mit der Broschüre verbunden sind natürlich Kosten. Außerdem streben wir eine weitere (überarbeitete) Auflage an. Aus diesen Gründen sind wir auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Wenn Du/Ihr die Broschüre unterstützen möchte(s)t, dann spende(t) bitte an dieses Konto:</p>
<p><em>SDAJ Bundesvorstand<br />
Konto: 100 489 2000, BLZ 100 900 00, Berliner Volksbank,<br />
Stichwort: “Broschuere SDAJ MarburgGiessen”</em></p>
<hr />
1: Vgl. Beucker, Pascal (2010): Saufen statt Bildung. In: TAZ 24.10.2010. Artikel unter: www.taz.de/!60214/ (letzter Zugriff: 28.02.2013).<br />
2: Vgl. Aufderheide, Svenja (2010): Bildungsfahrt der Jungen Union wurde zur Sauftour. In: Der Westen 07.10.2010. Artikel unter:<br />
http://www.derwesten.de /nrz/staedte/duisburg/bildungsfahrt-der-jungen-union-wurde-zur-sauftour-id3802674.html (letzter Zugriff: 28.02.2013).<br />
3: Vgl. Schmidt, Wolf (2010): Reise ins linksextreme Berlin. In: TAZ 27.11.2010. Artikel unter:<br />
http://www.taz.de/Steuergeschenk-fuer-Junge-Union/!61888/ (letzter Zugriff: 28.02.2013).<br />
4: Vgl. Duwe, Silvio (2012): Auf Bildungsreise mit der Jungen Union. In: Telepolis 10.03.2012. Artikel unter:<br />
http://www.heise.de/tp/artikel/36/36558/1.html (letzter Zugriff: 28.02.2013).<br />
5: Kiesewetter zitiert nach: http://www.schueler-union.de/index.php?ka=1&#038;ska=1&#038;idn=28 (letzter Zugriff: 28.02.2013).</p>
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		<title>„Den revolutionären Prozess auf Cuba unterstützen“</title>
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		<pubDate>Wed, 15 May 2013 08:29:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SDAJ-Webadmin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel aus der POSITIOИ]]></category>
		<category><![CDATA[Cuba]]></category>
		<category><![CDATA[Cuba 2013]]></category>
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		<category><![CDATA[Viva Cuba Socialista]]></category>

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		<description><![CDATA[(Foto: Pietro Izzo, CC)
Interview mit Heide H., Internat-AG des SDAJ Bundesvorstands
POSITION: Im März hat sich Gisleidy Sosa Cabrera im Rahmen des Cuba-Projekts der SDAJ auf mehreren erfolgreichen Veranstaltungen in Deutschland den Fragen des Publikums gestellt. Sie ist im Komitee für internationale Beziehungen der kubanischen Jugendorganisation UJC für die Solidaritätsarbeit mit den Cuban 5 verantwortlich. Warum [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4269" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2013/05/274068701_1641d42bcb_o.jpg"><img src="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2013/05/274068701_1641d42bcb_o-300x225.jpg" alt="(Foto: Pietro Izzo, CC)" width="300" height="225" class="size-medium wp-image-4269" /></a><p class="wp-caption-text">(Foto: Pietro Izzo, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/" target="_blank">CC</a>)</p></div>
<p><em>Interview mit Heide H., Internat-AG des SDAJ Bundesvorstands</em></p>
<p><strong>POSITION:</strong> Im März hat sich Gisleidy Sosa Cabrera im Rahmen des Cuba-Projekts der SDAJ auf mehreren erfolgreichen Veranstaltungen in Deutschland den Fragen des Publikums gestellt. Sie ist im Komitee für internationale Beziehungen der kubanischen Jugendorganisation UJC für die Solidaritätsarbeit mit den Cuban 5 verantwortlich. Warum ist es gerade jetzt wichtig, Aktionen für die Freilassung der fünf Antiterroristas zu organisieren?<br />
<strong>Heide:</strong> Der juristische Prozess befindet sich in seiner letzten Etappe, es gilt jetzt internationalen Druck aufzubauen. Der Kampf für die Befreiung der 5 ist ein Kampf für das Selbstverteidigungsrecht und die Souveränität Cubas. Die 5 zeigen: Cuba steht im Klassenkampf, die Imperialisten versuchen alles, um es in die Knie zu zwingen. Terrorismus, Blockade, Lügenkampagnen &#8211; für nichts sind sie sich zu schade. Deshalb wird auch auf Cuba die ideologische Arbeit verstärkt. Gisleidy hat in den Rundreiseveranstaltungen immer wieder betont, wie wichtig es für die Revolution ist, dass die Jugend das Ruder übernimmt und begreift, was der Sozialismus für sie bedeutet. Die Errungenschaften der Revolution müssen verteidigt werden.</p>
<p><strong>POSITION:</strong> Die SDAJ möchte dazu einen Beitrag leisten. Was ist geplant?<br />
<strong>Heide:</strong> Mit insgesamt 50 Jugendlichen fahren wir im Sommer nach Havanna, um dort an der CUJAE, der Fachhochschule Havannas das „Zentrum zur Bildung revolutionärer Werte“ mitaufzubauen. Das Zentrum soll für Studierende, AnwohnerInnen und andere Interessierte Bildungs- und Mitmachangebote schaffen und die Solidaritätsarbeit mit den Cuban 5 vernetzen. Für die technische Ausstattung des Zentrums sammeln wir Sach- und Geldspenden. Vor Ort werden wir Wände streichen, Technik installieren, mithelfen beim Aufbau der Homepage des Zentrums und zwei Wandgemälde anbringen. Die Motive hierfür werden in einem Kunstwettbewerb für Jugendliche in Deutschland ermittelt. Das soll ein bleibendes Symbol der Solidarität mit Cuba und den Cuban 5 werden. Vielleicht bekommen wir beim Malen auch Unterstützung durch cubanische KünstlerInnen!</p>
<p><strong>POSITION:</strong> Diese Brigade wird als „Вrigade neuen Typus“ bezeichnet. Warum?<br />
<strong>Heide:</strong> Die Bezeichnung ist eher ein Witz, aber es stimmt, wir wollen ein neues Brigadekonzept umsetzen: Schon immer haben wir unsere Solidaritätsarbeit auch für Öffentlichkeitsarbeit für den cubanischen Sozialismus in Deutschland genutzt. Doch dieses Mal gehen wir einen Schritt weiter und wollen auch auf Cuba politische Arbeit machen. Gemeinsam mit Jugendlichen der CUJAE werden wir schon vor der Eröffnung des „Zentrums zur Bildung revolutionärer Werte“ seinem Namen alle Ehre machen und durch Diskussionsveranstaltungen, Workshops und Erfahrungsaustausche revolutionäre Werte schaffen. Wir wollen berichten, welchen Bedingungen die arbeitende und lernende Jugend im kapitalistischen Deutschland ausgesetzt sind. Auf diese Weise hoffen wir den revolutionären Prozess auf Cuba unterstützen zu können.</p>
<p><strong>Das Interview führte: Tom, München</strong></p>
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		<title>Turboabi verschärft Leistungsdruck &amp; Selektion! &#8211; SDAJ unterstützt Schülerdemo</title>
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		<pubDate>Sun, 12 May 2013 18:00:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SDAJ-Webadmin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktionen]]></category>
		<category><![CDATA[Düsseldorf]]></category>
		<category><![CDATA[G8]]></category>
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		<category><![CDATA[NRW]]></category>
		<category><![CDATA[SchülerInnenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Turbo-Abi]]></category>

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		<description><![CDATA[Die momentane Situation ist brisant, der Doppeljahrgang in NRW und Hessen hat Abitur gemacht und wird bald auf den Studien- und Ausbildungsmarkt strömen. Zwei große und bevölkerungsreiche Bundesländer. Nun fehlen, um das Unglück komplett zumachen, nur noch Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein – die Reform zur Schulzeitverkürzung scheint unumkehrbar. Folgen des doppelten Abiturjahrgangs sind vor allem verschärfter [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2013/05/Flyer_Cover_3_A6.png"><img src="http://www.sdaj-netz.de/wp-content/uploads/2013/05/Flyer_Cover_3_A6-300x212.png" alt="Flyer_Cover_3_A6" width="300" height="212" class="alignright size-medium wp-image-4310" /></a>Die momentane Situation ist brisant, der Doppeljahrgang in NRW und Hessen hat Abitur gemacht und wird bald auf den Studien- und Ausbildungsmarkt strömen. Zwei große und bevölkerungsreiche Bundesländer. Nun fehlen, um das Unglück komplett zumachen, nur noch Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein – die Reform zur Schulzeitverkürzung scheint unumkehrbar. Folgen des doppelten Abiturjahrgangs sind vor allem verschärfter Studien- &#038; Ausbildungsplatzmangel, zu wenig Wohnraum und extrem steigender Konkurrenzdruck, durch erhöhte NCs und weiter verschlechterte Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt.</p>
<p>Die LandesschülerInnenvertretung in NRW nimmt den Doppeljahrgang zum Anlass um deutlich zu machen, dass die Schulzeitverkürzung uns allen schadet, ob Abiturientin, Realschüler, Lehrer, oder Mutter. Unterstützt durch die SDAJ ruft die LSV daher zur Demonstration gegen das Turboabi am 15. Mai in Düsseldorf auf. Die Demo stellt den Abschluss der Kampagne „Gute Nacht G8“ dar.</p>
<p>Und die Vorteile der Schulzeitverkürzung sind auch völlig offensichtlich, jedenfalls für die deutschen Konzerne und ihren Staat: Ein Jahr weniger Schule bedeutet auch ein Jahr weniger, das finanziert werden muss. Die SchülerInnen kommen ein Jahr früher auf den Arbeitsmarkt um dort ihr Arbeitskraft zu verkaufen und den Standort Deutschland international noch konkurrenzfähiger zu machen, schließlich wird in anderen Ländern das Abitur auch nach 12 Jahren gemacht. Die aktuellen Diskussionen um die Rente mit 70 vervollständigen das Bild, unsere Lebensarbeitszeit soll weiter erhöht werden.</p>
<p>Doch die eigentlichen Betroffenen, die SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen wurden nicht nur nicht in diese Entscheidung mit einbezogen, sondern müssen nun auch die unschönen Nebenwirkungen ertragen.<br />
G8 hat in erster Linie den Leistungsdruck auf die SchülerInnen erhöht. Diese Wirkung bringt einiges mit sich. Durch die verkürzte Schulzeit und die nur unzureichend und an falscher Stelle entschlackten Lehrpläne sinkt die Qualität des Unterrichtes massiv. Inhalte rücken in den Hintergrund, es werden fast nur noch Methoden und Techniken durch Frontalunterricht gelehrt. Und als sei das noch nicht genug, hat sich auch die Wochenstundenzahl der SchülerInnen massiv erhöht. G8-SchülerInnen ist es nahezu nicht möglich Zeit für Freizeit oder ein Privatleben aufzubringen. Die Anmeldungen an Musikschulen und in Sportvereinen sinkt rapide. Auslandsaufenthalte während der Schulzeit werden zum Ding der Unmöglichkeit. Auch das Mitwirken in SVen und anderen politischen Jugendorganisationen wird enorm erschwert, die Partizipationsmöglichkeiten der SchülerInnen werden massiv beschnitten und durch G8 de facto zu Nichte gemacht. Gestiegen hingegen ist in Folge des Leistungsdrucks die Zahl der SchülerInnen, die zusätzlich zum Schulunterricht Nachhilfe benötigen. Wer sich die nicht leisten kann bleibt schnell auf der Strecke. Vor allem Arbeiterkinder haben so schlechtere Chancen in diesem Bildungssystem als ihre Mitschüler aus wohlhabenderen Familien. Und so wird G8 auch zum familiären Problem – übermüdete und überforderte SchülerInnen &#038; verzweifelte Eltern die versuchen das aufzufangen was die Schule nicht schafft. Burnouts sind schon längst nicht mehr nur ein Problem der Erwachsenen.</p>
<p>Immer wieder bemängeln fortschrittliche Verbände, wie auch die SDAJ oder die LSV NRW die Selektion im deutschen Schulsystem. G8 dramatisiert diese Situation noch zusätzlich. Nicht alle Schulen haben das Abitur nach 12 Jahren, beispielsweise werden Gesamtschulen und Oberstufenkollegs weiterhin das Abitur nach 13 Schuljahren anbieten. Eine zusätzliche Selektion kommt also zum einen auf durch die Schaffung eines Zwei-Klassen-Abiturs (nach 12 bzw. nach 13 Jahren) zum andern, weil die Durchlässigkeit des Schulsystems sich durch G8 massiv verschlechtert hat. Die Möglichkeit von einer Real- oder Hauptschule auf ein Gymnasium zu wechseln um dort das Abitur zu machen tendiert gegen null.<br />
Mancherorts wird Schulen unter gewissen Umständen angeboten zu G9 zurück zu kehren. Problematisch daran ist zum einen der organisatorische und finanzielle Aufwand, den meist die Schulen selbst bewältigen müssen, und zum anderen das Nachsehen der SchülerInnen beim Suchen nach einem Ausbildungs- oder Studienplatz.<br />
Zu lösen ist das Problem nur durch eine flächendeckende Umstellung auf das 13 jährige Abitur – finanziert durch diejenigen die später am meisten von unserer Ausbildung profitieren, den Banken &#038; Konzernen.</p>
<p>Damit ist G8 auch nicht nur ein schulpolitisches Problem, es geht uns alle etwas an und gemeinsam müssen wir jetzt, wo das Turboabi noch in der öffentlichen Debatte ist, etwas dagegen unternehmen.</p>
<p>Wir fordern:</p>
<ul>
<li>Schulzeitverkürzung zurück nehmen</li>
<li>Eine Schule für alle</li>
<li>Zeit für eine integrierte SV- Stunde pro Woche</li>
<li>Geld für Bildung statt für Banken und Konzerne</li>
<li>Ausbildungs- &#038; Studienplätze für alle</li>
</ul>
<p>Kommt  zur  Demo  am  15.  Mai  in  Düsseldorf  am  DGB Haus  12:00  Uhr!</p>
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